Sonntag, 22. Juli 2012

Viqoy - "Fleisch ist nur eine Beilage"

Am Bahnhof München-Pasing in den Hofgärten gibt es ein neues Restaurant namens Viqoy.
Wir haben den Laden gleich an einem der ersten Tage unter die Lupe genommen und waren nun noch einmal zur Presseveranstaltung eingeladen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, einen gemeinsamen Artikel über unser neues Lieblingsrestaurant in Pasing zu schreiben.
Wir, das heißt: Sunny von www.veganchicks.de und Ruben von derlernendeveganer.blogspot.com.

Das Viqoy ist ein modern gestaltetes Restaurant, das es sich vor allem zur Aufgabe gemacht, gesunde Gerichte in kurzer Zeit zuzubereiten, Inhalts- und Nährstoffe so exakt wie möglich für die Gäste einsehbar zu machen und dafür Preise zu verlangen, die sich jeder leisten kann. "VIQOY" steht dabei für "VItal Quality food to enjOY".
Was das Restraurant für uns und unsere Blogs so interessant macht ist, dass die Hälfte der sechs Hauptgerichte hier vegan ist und diese durch ein Blümchen auf der Karte auch eindeutig so gekennzeichnet werden. Wobei von den anderen Hauptgerichten zwei "nur" aufgrund von Honig unvegan sind, lediglich eines enthält Frischkäse.
Wo bleibt da das Fleisch?
Ohne, dass wir uns anfänglich als Pflanzenesser outen, erklärt man uns stolz: "Gemüse ist bei uns der Star. Fleisch ist nur eine optionale Beilage." Und selbst bei den Beilagen finden wir ein veganes Spießchen mit geräuchertem Tofu (2,60 Euro) und sind uns einig: es ist der wohlschmeckendste Tofu, den wir seit langer Zeit gegessen haben. Bevor der Räuchertofu auf der Grillplatte landet - natürlich separat vom Fleisch - wird er im Viqoy noch raffiniert gewürzt. In Kombination mit z.B. einem "Sonnenschein-VIQOY" (Zucchini, Tomate, Olive) für 7,90 Euro, für Veganer je nach Wahl mit Baby-Salzkartoffeln, Couscous in Tomatenfond oder Reis in Kräuterfond, macht das schon sehr satt und zufrieden.

Da wir schon alle veganen "Viqoys" testen konnten, freuen wir uns sagen zu können, dass sie uns alle geschmeckt haben, genau wie die gut angemachten Salate. Nur bei der veganen Suppe gingen die Meinungen auseinander.

Dessert gibt es bislang leider noch keines für Veganer. Wer zum Schluss noch etwas süßes möchte, kann aber einfach auf die Frühstücksfrüchte zurückgreifen, denn: Frühstück gibt es im Viqoy den ganzen Tag.
Apropos Frühstück: Wir haben es zwar noch nicht probiert, da das Frühstück erst ab kommender Woche regulär angeboten wird; die Karte kennen wir aber schon, und sie ist ebenso veganfreundlich gestaltet wie die normale Speisekarte: Müsli (3,20 Euro), Cornflakes (2,80 Euro), frische Früchte nach Saison, alles mit Sojamilch erhältlich. Wer es eilig hat, kann die Speisen auch für ein geringes Pfand in niedlichen Gläschen mitnehmen, und natürlich gibt es ein Bonusprogramm, mit dem Stammkunden hin und wieder an einen gratis Espresso kommen.

Vor dem Bezahlen steht im Restaurant noch ein Info-Terminal für alle Gäste zur Verfügung, die genau auf ihre Ernährung achten. Mittels Chip-Karte erfährt der Gast hier nicht nur die Kalorienzahl seiner konsumierten Gerichte und Getränke, sondern zum Beispiel auch Salz- und Eiweißgehalt. Wer sich an Werte aus einem Ernährungsplan halten möchte, kann also nach dem Frühstück zum Beispiel den ersten Eiweißverbrauch des Tages begutachten und die weitere Ernährung an diesem Tag dementsprechend anpassen.
Auf jeden Fall müssen wir noch einmal unterstreichen, wie willkommen wir uns als Veganer im Viqoy gefühlt haben. Wir haben fast alle erdenklichen Veganfragen gestellt, dabei auch herausbekommen, dass zum Beispiel die hausgemachten Eistees derzeit noch mit Honig gesüßt werden, und sind dabei auf erstaunlich viel Offenheit und Interesse gestoßen. Man überlegt sich, demnächst einen weiteren Eistee anzubieten, der mit Agavendicksaft gesüßt werden könnte, und auch was die Brote im Viqoy angeht, die derzeit noch nicht als vegan gekennzeichnet sind, wurden wir sogar noch einmal freundlich im Rat gebeten - in den kommenden Speisekarten müsste dann auch veganes Brot zu finden sein.
So stellen wir uns den Weg zur modernen Gastronomie vor, die auch Menschen mit Fast-Food-Gewohnheiten anspricht, gemäß dem Motto: "Fast Good statt Fast Food".
Wir wünschen dem Team für den ersten Laden in München-Pasing alles Gute und hoffen, dass wir uns demnächst auch in einem weiteren Laden in der Münchner Innenstadt zwischendurch vegan bekochen lassen dürfen.

Sunnys Lieblings-Viqoy ist übrigens das “Garten-Viqoy” mit Gurke, Radieschen, Fenchel und Kräutern für 7,90 Euro, dazu der leckere bunte Kräuter-Blattsalat mit Radieschen für 3,60 Euro.

Ruben hat das Sonnenschein-Viqoy mit Zucchini und Couscous besonders gefallen. Egal, für welche Version man sich entscheidet: Das zusätzliche Spießchen Tofu muss man auf jeden Fall probieren!


Ihr findet das Viqoy übrigens auch auf Facebook http://www.facebook.com/VIQOY , auf Foursquare und auf der eigenen Website http://www.viqoy.de/



Adresse:
Pasinger Hofgärten
Kaflerstraße 2
81241 München


Öffnungszeiten:
Mo-Sa: 08:00 – 23:00 Uhr
So & Feiertag: 09:00 – 22:00 Uhr



Kommentare:

  1. toll toll toll - werd es gleich mal "weiterleiten", ich denke der Herr will das unbedingt auch ausprobieren ;)

    Liebste Grüße
    Frau Hase

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  2. Den besten Tofu in Deutschland habe ich übrigens im Kam Lung in der Blutenburgstraße gegessen.. Die machen den laut Karte selbst.

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  3. Erst mal ein Lob: ein sehr sinnvoller, interessanter und nicht radikaler Artikel. Toll! Aber eine Frage: in deinem Artikel über Schloss Elmau hast du es nicht einmal mit einer Tüte Gummibärchen im Zimmer ausgehalten; wolltest bei deinem Griff in den Kühlschrank nicht von Produkten aus der Massentierhaltung angestarrt werden. Und jetzt empfiehlst du ein Restaurant, in dem sogar (wenn auch als Beilage) Fleisch serviert wird? Nicht falsch verstehen, ich finde die Empfehlung wirklich gut. Aber vollzieht sich da ein Sinneswandel hin zu einem weniger radikalen Umgangston? Wäre ja schön...

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    1. Hallo

      Vielen Dank für das nette Lob.
      Ich muss in diesem Fall enttäuschen, es gibt bisher keinen Sinneswandel zu mehr Tiermordakzeptanz.

      Schloss Elmau und das Restaurant Viqoy sind völlig unterschiedliche Institutionen, weshalb sich meine Meinung zu beiden auch unterschiedlich bildet.

      Ich habe in einem Luxushotel von Weltrang schon Monate vor meiner Anreise um Dinge gebeten, die problemlos zu bewerkstelligen waren. Der Umgang mit diesen Anliegen war unprofessionell, ich habe mich als Gast nicht individuell betreut und wertgeschätzt gefühlt.

      Das Viqoy ist ein Restaurant für die schnelle und trotzdem bewusste Mahlzeit. Ich habe mich dort sehr willkommen gefühlt und halte eine Küche, die auf frischen pflanzlichen Zutaten basiert, für sehr fortschrittlich. Zwar wurde ich in Elmau auch vegan bekocht, und die Gerichte waren zweifellos kleine Kunstwerke, die in einer anderen Liga als ein Gericht für sechs Euro spielen; die Küche in Elmau basiert von Haus aus aber eher auf Tod und Elend.

      Falls das nun auch wie ein Vergleich klingt.. das soll es nicht sein, nur ein Versuch, die unterschiedliche Stimmung der Beiträge zu erklären.
      Natürlich gefällt mir auch im Viqoy der Verkauf von Fleisch, Milch und Käse nicht, und natürlich rolle ich mit den Augen, wenn es heißt, diese Produkte kämen aus "artgerechter Haltung". Trotzdem finde ich das Konzept für ein nicht rein veganes Restaurant bemerkenswert attraktiv.

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  4. Sowohl Deko und Ambiente, als auch Essen und Karte sehen vielversprechend aus! Da kann ich mal wieder nur neidisch sein, dass ich nicht in München wohne. Leider hab ich es auch immer noch nicht geschafft, mal für ein Wochenende nach München zu fahren,um Freunde zu besuchen, und die ganzen Cafés und Restaurants auszuprobieren, von denen du so schreibst :(

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    1. Vielleicht werden sie ja so erfolgreich, dass es auch bald einen Ableger in Deiner Stadt gibt ;-)
      Schönes Wochenende!

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  5. Hmm, das schaut ja lecker aus!!
    Da muss ich wohl mal in Pasing vorbeischauen, trotz Semesterferien ;-)

    Ganz liebe Grüße und erhol dich gut!!
    Elli

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  6. Hallo Ruben -
    passt nicht ganz zum Thema - nunja, "Essen" im weiteren Sinne - aber da ich morgen mal wieder gen München reise, nun allerdings erstmalig als vegan lebendes Menschenkind, quält mich die, zugegeben profane Frage, wo und wie und ob ich an vegane Brezen komme... (Ist so ein Kindheitsrelikt einer ursprünglich aus Bayern Stammenden, jetzt aber woanders Lebenden...) Claudi hat mich an Dich verwiesen, da sie mir auch nicht so recht weiterhelfen konnte. Nun denn, vielleicht weißt Du ja was, würd mich freuen. Ansonsten frohes weiterbloggen - ich lese gern mit.
    Viele Grüße von einer Brezen(sehn)süchtigen

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  7. Hallo liebe Brezensüchtige!

    Vegane Brezen sind ja leider keine Selbstverständlichkeit, aber es gibt sie.
    Wo man nicht einkaufen kann, ist zum Beispiel im Lidl. Dort enthalten Brezen viele verschiedene Bestandteile von Kuhmilch.
    In der Hofpfisterei sieht das schon besser aus, und es gibt viele Filialen in München.
    Hier kannst Du die Zutaten der Öko-Breze vom Pfister einsehen:

    http://www.hofpfisterei.de/hpf_sortiment_backwaren.php?vid=3hftc1ds2jmtk8rbpnfckgdbpbbhbgle

    In der Zutatenliste online steht komischerweise nur "Lecithin", was ja noch keine eindeutige Sicherheit verschafft. Ich habe aber im Handzettel nochmal für Dich nachgeschlagen: es handelt sich um Sonnenblumenlecithin.
    Die einzigen Punkte, die man dann theoretisch noch durchleuchten könnte, wären: Zucker, Acerola-Kirschsaft und der Zitronensaft.
    Ich habe mir von einem Bäcker sagen lassen, dass Kirschsaft eine geschickte Methode ist, mit natürlichem Vitamin C bestimmte Prozesse beim Backen zu beeinflussen. Nur so am Rande, weil ich mich über den Kirschsaft in Brezen gewundert habe, als ich es zum ersten Mal gelesen habe. Mehr dazu am Ende dieses kleinen Interviews:

    http://www.br.de/radio/bayern1/sendungen/am-vormittag/zusatzstoffe-brot-lindhauer100.html

    Ich vermute einfach mal nicht, dass der Kirsch- und der Zitronensaft vor der Verwendung für Backwaren mit Gelatine geklärt werden, einfach deshalb, weil es glaube ich wenig sinnvoll wäre. Den Saft sieht ja im Anschluss niemand.
    Falls Du das genauer klären willst, kann ich sehr empfehlen, mit den Leuten von der Pfisterei zu mailen. Sie antworten schnell und ausführlich.
    Bei Wimmer habe ich auch schon einmal in die Zutatenliste der Brezen geschaut, die müssten auch vegan sein. Vegan heißt in dem Fall dann aber nicht gleich gut.. die Zutatenliste ist sehr lang und es sind viele E-Nummern enthalten.
    Leider war ich gerade im Aldi und habe erst danach Deine Nachricht gelesen, sonst hätte ich dort auch nochmal geschaut.

    Aber ich denke, mit der Breze vom Pfister wirst Du am besten beraten sein!
    Liebe Grüße und viel Spaß in München ;)

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    1. ohhh... ganz lieben Dank für Deine Hilfe! Über die Öko-Breze bin ich auch schon im Internet gestolpert - da ist halt nur leider Palmfett drin. Und bei Wimmer sind's wieder die ominösen Speisefettsäuren. Nichts ist perfekt... Aber ich werde mich in München einfach durchfragen - bzw. mir die dicken Ordner mit den Zutatenlisten über den Tresen reichen lassen.
      Das mit dem Kirschsaft fand ich interessant, wusste ich auch nicht...
      Also Dankeschön nochmal für Deine ausführliche Antwort und fürs Recherchieren.
      Liebe Grüße von der brezensüchtigen Miriam

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    2. Hi Miriam

      falls Du noch mitliest und mal wieder nach München kommst:
      Ich war gestern beim Basic. Die Laugenbrezen sind dort leider auch nicht vegan, weil sie Butter enthalten. Es gibt allerdings auch eine Vollkornbreze mit Sesam, die vegan ist. Das ist zwar nicht direkt eine Laugenbreze, aber ich habe mir zwei Stück gekauft, mit einem veganen Gemüseaufstrich gegessen und fand sie ganz gut. Falls Du da also bisschen flexibel bist, könntest Du Dir die mal holen.
      LG!

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