Samstag, 18. Februar 2012

Neuer Geldbeutel

Es ist soweit: ich habe mein erstes intaktes Lederprodukt bewusst durch ein neues veganes Produkt ersetzt. Mein etwa zwei Jahre alter Ledergeldbeutel der Edelmarke "Golden Head" musste einer über die Hälfte günstigeren Börse von s.Oliver für rund 25 Euro weichen.
Den Geldbeutel habe ich bei Galeria Kaufhof bekommen und wurde dabei sehr umfangreich und freundlich von einem Mitarbeiter beraten. Auf die Frage hin, woran ich echtes Leder bei Geldbeuteln erkenne, wurden mir zuerst ein paar schöne Exemplare aus echtem Leder gezeigt; dann zeigte ich dem Verkäufer meinen Geldbeutel von "Golden Head", sagte ihm, dass ich auf ein veganes Produkt umsteigen möchte, und mir wurde sofort ohne großen Umstand ein Produkt von Fabiani und mein jetziger s.Oliver Geldbeutel gezeigt. Ich gebe zu, dass ich mit mehr Verwunderung gerechnet hätte. So war es eine astreine Einkaufserfahrung für mich.
Den alten Geldbeutel habe ich noch nicht entsorgt. Ich werde Produkte aus Tierhaut nicht weiterverkaufen.
Über kreative Vorschläge, wie ich mich von meiner alten Geldbörse trennen kann, würde ich mich freuen.

Das erste Mal habe ich meinen neuen Geldbeutel dann übrigens am Abend benutzt, um im veganen Restaurant Max Pett zu zahlen. Beim Essen habe ich mir von lieben Experten beibringen lassen, dass der rote Farbstoff Karmin (E120) nicht vegan ist, da er aus abertausenden getrockneten Läusen besteht. Pfui! Es war ein guter Tag :-)

Kommentare:

  1. Ich möchte hier nicht rumstänkern oder so, ich finde es immer mega toll wenn Menschen vegan leben, aber ich finde es fragwürdig noch gute, voll funktionstüchtige Gegnstände, die leider aus Leder etc. sind einfach wegzuwerfen und einen neunen zu kaufen. Das ist für mich auch kein veganer Gedanke, es geht ja auch um bewusstes konsumieren.
    Ich würde vorschlagen, du nutzt deine Sachen die nicht vegan sind so lange bis sie nichts mehr taugen und tauscht sie dann gegen vegane aus. Das gleiche mit dem Duschgel. Wenn du es nicht selber nutzen möchtest, schenke es doch weiter. Ich finde man sollte, wenn man es jetzt schon unwissend bekommen hat, trotzdem ausnutzen und nicht einfach in den Müll werfen.
    Meine Meinung dazu, vielleicht regt sie etwas zum denken an!

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  2. Ich habe mir auch über die Lösungen Gedanken gemacht, die Du beschreibst. Und ich finde sie absolut in Ordnung und kann nachvollziehen, wenn jemand es so macht.
    Im Fall von diesem Geldbeutel war es bei mir aber so, dass ich es unangenehm fand, ihn täglich anfassen zu müssen, nachdem ich mir darüber Gedanken gemacht hatte, woraus er besteht.
    Ich habe noch einiges an unveganen Klamotten wie Wanderschuhe, Anzugschuhe, Wollpullover, Seidenkrawatten und einiges mehr. Mit diesen Dingen geht es mir ähnlich, obwohl ich auch heute zum Beispiel wieder mein Sakko anhatte, das zu 8% aus Wolle besteht. Ich denke beim Anziehen jedes Mal daran und ich mag das nicht. Hätte ich richtig viel Geld, würde ich sofort alles durch vegane Alternativen ersetzen; allerdings wird es bei mir bestimmt noch einige Zeit dauern, bis ich nicht nur ernährungsvegan, sondern auch was meine Klamotten angeht richtig vegan bin.
    Was das Verschenken angeht: Ich hatte letztens ein Fläschchen Honigessenz und wusste nicht recht, was ich damit tun sollte. Ich habe es dann ungeöffnet in den Müll geworfen, weil ich verschenken irgendwie verlogen gefunden hätte. Ich finde das Produkt schlecht und möchte damit niemandem eine Freude machen. Daher wäre es doch verlogen, wenn ich mich mit der Honigessenz bei einem Freund als Gönner darstelle. Ich könnte natürlich so etwas dazusagen wie: "Schau mal, das ist Bienenkotze, die finde ich eklig, außerdem werden die Bienen ausgeräuchert, damit ihnen der Honig geklaut werden kann. Kannst du haben." Aber das ist keine nette Geste.
    Ich werde mal sehen, ob es eine Möglichkeit gibt, unvegane Klamotten nur an Personen zu verkaufen, die sonst ganz sicher das gleiche Produkt neu erworben hätten. Dann würde ich den Konsum am Markt für Neuware einschränken, könnte einen Teil des Geldes für vegane Versionen ausgeben und einen Teil spenden.

    Danke, dass Du mir gesagt hast, wie Du es siehst. Wie Du merkst, bin ich wirklich noch unschlüssig was dieses Thema angeht.

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  3. Ich bin froh, dass du das alles so gut aufgefasst hast.
    Manche Leute gehen immer meag ab, wenn man nur einen Denkanstoß geben möchte.
    Das mit dem verschenken verstehe ich. Man will ja auch nie etwas verschenken, was man selber nicht mag.
    Du könntest es vielleicht nicht 'verschenken' sondern 'weitergeben'. Mit der einfachen Begründung: 'Ich lebe vegan, ich möchte dieses Produkt nicht konsumieren, weil es mir zuwieder ist. Trotzdem wiederstrebt es mir das Produkt einfach wegzuwerfen, deshalb wollte ich fragen ob du es vielleicht haben möchtest.'
    Oder so.... :)

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  4. wie wärs wenn du es in ein brockenhaus bringst? dann wird stattdessen nichts neues erworben und keine nachfrage generiert.

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