Donnerstag, 24. Mai 2012

Vegan sein ist auf Schloss Elmau anstrengend

Vergangene Woche habe ich ein paar Tage auf Schloss Elmau verbracht - einem wunderschönen Hotel mit Spas zum Entspannen, interessanten kulturellen Programmen und einer tollen Umgebung direkt an den Bergen.
Vor zwei Jahren war ich dort schon einmal als Vegetarier zu Besuch und bekam damals eine als vegetarisch gekennzeichnete Linsensuppe, die mit einem Krabbenchip gekoriert war. Auf meine Beschwerde beim Koch hin wollte dieser mir erst erzählen, dass ja viele Vegetarier Fisch äßen, bevor er mir dann doch noch eine neue Suppe servierte.
Dieser für ein Hotel von Weltrang traurige Eindruck hat sich bei meinem jetzigen Besuch leider bestätigt.
Bereits im Februar dieses Jahres nahm ich zum ersten Mal Kontakt auf und teilte mit, dass ich auf Tiere und Tierprodukte in meinem Essen sowie auf Ledersessel in meinem Zimmer verzichten möchte. Da ich die Minibar der Zimmer schon kannte, die im Zimmerpreis übrigens schon enthalten ist, wünschte ich mir außerdem, dass in mein Zimmer keine Gummibärchen und Milchschokoladen geliefert würden.
Wenn schon viel Geld für ein paar Tage luxurösen Erholungsurlaub, dann wollte ich doch nicht jeden Tag von Produkten aus der Massentierhaltung angestarrt werden, wenn ich mir einen Orangensaft aus dem Kühlschrank nehme.
Dieser Bitte nahm man sich überhaupt nicht an. Ich hatte bei meiner Ankunft Haribo Goldbären und Toblerone im Kühlschrank und brachte beides an die Rezeption, mit dem Hinweis, ich hätte doch darum gebeten, diese Produkte wegzulassen. Man entschuldigte sich, fragte mich, ob ich diese Information rechtzeitig mitgeteilt hätte, und sagte nichts mehr, als ich antwortete: "Vor einem Vierteljahr." Am folgenden Tag wurden mir besagte Produkte dann wieder aufs Zimmer geliefert. Erst am dritten Tag fragte ein Zimmermädchen nach: da wäre doch irgendetwas, ich würde kein Essen in die Minibar wünschen? Von da an bekam ich nur noch die Getränke aufgefüllt, auch Erdnüsse wurden nicht mehr geliefert.
Obwohl es im großen Speisesaal Sessel sowohl mit Stoffbezug als auch mit Leder gibt, bekamen wir häufig einen Tisch mit Ledersesseln für das Abendessen zugewiesen. Beim Essen selbst gab man sich Mühe, und einige Sachen waren auch wirklich gut, wie die frischen kunstvoll dekorierten Obstplatten mit Sorbet aus Kokos oder Zitrone; allerdings bekam ich am Buffet oft vollkommen absurde Fehlinformationen, die nur mit Funksprüchen in die Küche aufgeklärt werden konnten.
Beim Frühstück hieß es, alle Semmeln seien vegan, die Brote (u.a. Vollkornbrot) jedoch alle nicht. Beim Abendessen wollte man mir erzählen, das Cocktaildressing für den Salat sei eines von zwei mit Sicherheit veganen Dressings. In beiden Fällen zeigte ich mich darüber sehr verwundert und bekam nach ein paar Minuten die Antwort: stimmt doch nicht, alles genau andersrum.
Am Tag der Abreise bekam ich dann noch eine Schachtel Minzpastillen mit Bienenwachs als kleine (Un-)Aufmerksamkeit aufs Zimmer, um den Gesamteindruck abzurunden.

Ich empfehle daher allen Veganern, einen großen Bogen um dieses Hotel zu machen.
Nach einem abschließenden Gespräch an der Rezeption weiß ich, dass Veganismus auf Schloss Elmau überhaupt kein Thema ist. "Wir haben aber manchmal Leute mit Glutenallergie und solchen Sachen da."

Abgesehen von diesen Eindrücken habe ich aber auch schöne Wanderungen unternehmen können und dabei einen Esel, ein Pferd und eine Herde Schafe kennengelernt. Die schönsten Dinge sind eben manchmal wirklich umsonst.


Kommentare:

  1. du bist veganer! gratuliere!
    meiner meinung nach eine sehr gute lebensart. nur warum nervst du deine umwelt so gewaltig damit? ich muss gerade bei diesem eintrag an die armen hotelangestellten an der rezeption denken, die wahrscheinlich größte schwierigkeiten hatten, nicht in schallendes gelächter auszubrechen, als du vor ihnen standest und dich über die schokolade in deiner minibar beschwert hast.
    das ist das verhalten einer schrulligen dame jenseits der 50, deines profilbildes nach handelt es sich bei dir aber um einen männlichen mitdreißiger.
    aber um nochmal auf meine anfängliche frage zurückzukommen: warum diese ganze farce?
    am einfachsten erklärt sich mir dieses benehmen mit einem phänomen, das man oft bei unsicheren, unscheinbaren menschen feststellen kann. dieser mensch eignet sich eine auffallende, häufig verstörende eigenart an, um aus seiner unauffälligkeit in der gesellschaft zu entfliehen und wahrgenommen zu werden.
    ein anderer möglicher grund für deine impertinenz könnte deine naivität sein, zu glauben, die menschen mit dieser art und weise von deiner haltung überzeugen zu können. sollte dies der fall sein, lass dir sagen: niemand mag extremisten. niemand mag es, wenn mit erhobenem zeigefinger auf verfehlungen hingewiesen wird.
    ich durchstöbere gerne blogs und als ich auf deinen stieß, war ich begeistert. what a good read! allerdings nur, wenn man das ganze komödiantisch sieht.
    man nehme nur einmal die episode, als du im drogeriemarkt gegen die werbegeschenke kämpfst. fast jeder deiner einträge brachte mich zum lachen und dafür bin ich zwar dankbar, glaube aber, dass dies ja eigentlich nicht in deinem sinn war.
    wie schon gesagt, halte ich eine vegane ernährung für erstrebenswert für alle menschen. nur sollte dies niemand versuchen zu erzwingen.
    es wäre doch viel netter, wenn du kleine denkanstöße gibst ohne dabei einen verurteilenden unterton hinzuzufügen.
    für den verzehr bestimmtes tierfleisch als leichenteile zu bezeichnen, ist dem verstorbenem tier gegenüber äußerst unwürdig.
    aber mach weiter so! rezeptionisten und drogeriemarktmitarbeiter und deren sämtliche bekannte, denen sie diese geschichten erzählen, haben sicher ein mordsspaß mit dir.
    solltest du aber etwas bewirken wollen und leute von deiner lebensart überzeugen wollen, werde erwachsen und leg deine naivität ab.

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    1. Hallo Rüdiger!

      Danke für Dein Interesse an meinem Blog.
      Ich freue mich, dass Dein Kommentar so schnell kam, denn so kann ich mit dieser Kritik schnell aufräumen, die ich ohnehin erwartet habe.
      Du interpretierst wild Intentionen in mein Handeln, weil Du das Handeln selbst nicht verstehst. Zum Beispiel verstehst Du nicht, dass ich eine Tüte Gummibärchen ekelhaft finde. Daher nimmst Du an, ich möchte Angestellte in einem Hotel erziehen und überzeugen, wenn ich darum bitte, meine Minibar nicht mit Gummibärchen zu füllen.
      Individuelle Wünsche von Gästen sind in Hotels dieser Klasse völlig normal. Und wenn ein Gast kommt, der nicht entspannen kann, wenn ein Fernseher in seinem Zimmer steht, dann wird der Design-Fernseher von Löwe für die Zeit des Aufenthalts aus dem Zimmer entfernt.
      Und genau so möchte ich, dass ich für viele hundert Euro pro Übernachtung nicht neben Gummibärchen schlafen muss - was ja kein gieriger Wunsch ist.

      Wenn man Gummibärchen mag bzw. sie nicht widerlich findet, kann man das vielleicht nicht nachvollziehen, und so wird mein Blog wohl weiter belustigend auf Dich wirken, womit ich absolut leben kann.
      Doch auch wenn Mitarbeiter des besagten Hotels genau wie Du empfinden, wenn ich meine schrulligen Damenwünsche äußere, so ist es trotzdem unprofessionell, sie nicht zu erfüllen.

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  2. Irgendwie spüre ich bei deinen Posts immer so einen Hauch von Aggressivität mitschwingen. Also wie du die Sachen angehst, das ist alles irgendwie sehr extrem. Gerade WEIL die vegane "Szene" immer sehr belächelt wird, sollte man mit gutem Beispiel voranschreiten. Auch ich bin oft in Hotels, aber ich bin noch nie auf die Idee gekommen, dort darum zu bitten, den Süßkram wegzupacken. Warum auch? Ich lass das Zeug einfach liegen und gut ist. Und dann macht man auch sehr gute Erfahrungen mit Hotels. In meinem Blog hab ichs geschrieben, mir wurde von einem Koch im Westin der beste gebratene Tofu serviert, den ich je gegessen habe. Aber das kriegt man nur, wenn man auch freundlich bleibt, denn dann kommen einem die Menschen auch so entgegen.
    Jeder von uns kriegt gerne ne Sonder"v"urst gebraten, aber man sollte es doch im Rahmen halten und die Menschen eher mit einer positiven Grundhaltung begeistern, anstatt sie vor den Kopf zu stoßen.

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    1. kleines PS: Ich find es im Grundkern ja gut, dass du deine Sache so stark vertrittst, denn das ist ja auch wichtig. Aber manchmal einen Ganz zurückschalten kann Wunder bewirken. :)

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    2. Ich möchte meine Beiträge auch so schreiben, dass man merkt, dass es mir nicht gefallen hat.
      "Letztens war ich in einem Hotel, das war schön, das Wetter war gut, und die Menschen haben sich bemüht, wobei mir schon auch mal Joghurt über meinen veganen Couscous gekippt wurde." (Ist auch in besagtem Hotel passiert)
      Das könnte ich natürlich auch schreiben, aber ich würde es selbst nicht gern lesen, weil es langweilig klingt.
      Durch den Schreibstil denken dann wohl einige, ich bin auch so zornig zur dm-Mitarbeiterin, wenn sie mir Duschgel mit Milch schenken will. Das kam ja damals auch schon in den Kommentaren vor. Ich kann allerdings ein lieber Kerl sein, und habe ja selbst betont, dass die Mitarbeiter bei dm sehr nett waren und ich eher die Entscheidung vom Management bemängle, das Produkt in rauhen Mengen rumzuschmeißen.

      Würde ich nicht nachfragen, mir Duschgels mit Milch und Gelatine schenken lassen, Salat mit Cocktaildressing essen und weiße Semmeln mit Milchpulver essen, würde ich mich umso mehr zur Lachnummer machen.

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    3. hast du meinen Kommentar eigentlich gelesen bevor du geantwortet hast?

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    4. Worauf willst Du hinaus?
      Du hast geschrieben, dass Du Süßigkeiten liegen lässt und dass Du einen leckeren Tofu gebraten bekommen hast. Außerdem soll ich niemanden vor den Kopf stoßen.
      Darauf habe ich geantwortet. Bitte schreibe mir lieber, was Du in meiner Antwort vermisst oder was Dich stört. Deine letzte Frage ist mir ein bisschen zu negativ aufgeladen.

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    5. oh, dass du so leicht aggro wirkst, ist mir auch aufgefallen. ist nicht bös gemeint oder so, ich finde es super, dass du da wo dir was nicht passt auch konsequent kritik äußerst. du stellt allerdings hohe anforderungen, mit denen die anderen schnell überfordert sind. klar kann man von einem hotel auch ein bisschen service erwarten, aber du bist halt nicht mariah carey, für die die wände pink gestrichen werden.
      und zimmermobiliar rausräumen und die art der begrüßungs-aufmerksamkeit bestimmen, geht halt schon etwas arg weit.
      wie mary sehe ich da ehrlich gesagt auch nicht so den sinn drin; ob der ledersessel jetzt in deinem zimmer steht oder in der abstellkammer; er ist da und durch deine forderung vermindet du weder tierleid noch sorgst du für ein umdenken. und wenn du die süßigkeiten nicht konsumierst kriegt sie einfach der nächste gast...

      mir wird ja auch nachgesagt, ich wäre hart und würde alles schlechtreden, ohne dass mir das bewusst war, deswegen mein feedback.
      und die anderen scheinen das ja ähnlich zu sehen...

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    6. Ich finde es ja auf jeden Fall sehr interessant, dass hier so viele Kommentare in diese Richtung gehen - vor allem wenn sie von Leuten kommen, die sich selbst vegan ernähren und auch Blogs darüber schreiben.
      Und obwohl das erstmal nicht meine Abneigung gegenüber Gelatine & Co. ändern wird, kann ich zumindest meinen Blog an der Kritik ausrichten: bei den nächsten zwei Beiträgen werde ich besonders auf einen positiven Inhalt achten und versuchen, eine aggressive Grundstimmung zu vermeiden, die mir hier vorgeworfen wird. Ich werde allerdings nicht generell auf kritische Beiträge verzichten, da ich von Anfang an darauf aus war, zu schildern, wie ich durch die Ablehnung von Tierprodukten "die Welt erlebe" (siehe Blogtitel). Das soll aber natürlich nicht einfach in vermeintlich sinnlosem Geheule ausarten; genau so wenig wie in sieben Rezepten pro Woche für verschiedene vegane Nudelsalate.

      Du hast ja nun auch geschrieben, dass ich ohne Ledersessel auf dem Zimmer weder Tierleid mindere noch für Umdenken sorge. Wie schon beschrieben, war beides nicht mein Ziel - ich wollte es mir einfach selbst gut gehen lassen. Und trotzdem: jetzt, wo mir mehrfach vorgeworfen wurde, ich würde durch die Aktion versuchen, Hotelangestellte umzuerziehen, und damit scheitern, frage ich mich: kann es wirklich nicht zu einem Umdenken führen, wenn Gäste explizit kein Ledermobiliar wünschen? Ist Mobiliar nicht auch ein Produkt, das eingekauft werden muss, und bei dem sich der Einkäufer wahrscheinlich unter anderem nach der Beliebtheit bei den Endverbrauchern richtet? Ich hoffe, diese Äußerung geht nun nicht nach hinten los, und es kommen noch mehr Leute, die mir sagen, dass das nichts bringt. Denn wie gesagt, darüber habe ich erst jetzt nachgedacht, da es eingebracht wurde.

      Wenn mir zehn Tüten H-Milch ins Zimmer gestellt werden, damit ich mir damit jeden Tag die Füße waschen kann, kann ich diese auch einfach stehen lassen, und der nächste Gast bekommt sie.
      Der Witz an der Milchschokolade und den Gummibärchen in der Minibar ist abgesehen von dem nichtigen Grund, dass ich sie nicht im Schlafzimmer haben möchte, der, dass jeder Gast die Produkte mitbezahlt, da sie im Zimmerpreis enthalten sind. Ich möchte Produkte aus Tierleid, die mir aufgedrängt werden, zurückdrängen.
      Wenn jeder mit Müll beworfen wird und 0,1% der Leute es schaffen, dem Müll auszuweichen, dann ist das ja schonmal etwas; ich werfe aber gerne zurück.

      Wie gesagt, ich gebe mir bei meinen nächsten zwei Beiträgen Mühe, sie angenehmer, nützlicher und friedlicher zu gestalten und sage für die Kritik ehrlich danke.

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    7. Es ging mir in meinem Kommentar darum, dir deutlich zu machen, dass Freundlichkeit in den meisten Fällen siegt. Du wirkst so, als wärst du sehr auf Krawall gebürstet und das ärgert mich, denn es sorgt dafür, dass die wichtige Aufklärungsarbeit, die so viele Veganer täglich leisten und auch der Teil, den manche Medien mittlerweile dazu beitragen (sprich die positiven Beiträge über Fleischersatz & Veganismus und die kritischen über Massentierhaltung etc.) von dir in den Dreck getreten werden.
      Kurz erklärt:
      mehrere Hotelmitarbeiter sehen eine kritische Doku über Massentierhaltung und lesen etwas positives im Internet über die gesundheitl. Vorzüge des Veganismus. Es spricht sie an und sie überlegen, selbst vegan zu werden, sie kennen allerdings selbst keine Veganer, die sie um mehr Informationen bitten könnten.
      Dann kommst du in das Hotel und führst dich wie eine Prinzessin auf, verlangst dass dieses und jenes weggeräumt wird und kritisierst das Essen, statt Vorschläge zu geben, was du essen würdest (das funktioniert nämlich nahezu immer!).
      Nach deinem Besuch unterhalten sich die Hotelangestellten wieder über den Veganismus. Dabei stellt man fest, dass der vegane Besucher ein ziemlich schräger Typ mit mächtig Allüren und seltsam übertriebenem Verhalten war. "Der wollte sogar, dass wir die Gummibärchen ausräumen. Was war denn das für einer? An allem hatte er was auszusetzen. Nein, ich möchte nicht so werden, da bleib ich lieber beim Fleisch."
      Und zack, hast du damit sämtliche, vorangegangene Arbeit zunichte gemacht. Klar, das Beispiel ist leicht überzogen, aber dazu führt es.
      Du darfst nie vergessen: Für viele bist du der erste Veganer, den sie kennen lernen und sie müssen eben auch erst erfahren, wie so jemand lebt.
      Bei so Dingen, wie sich über den Süßkram in der Hotelbar aufregen oder über die Geschenkpastillen beschweren denke ich mir eben nur: "Es gibt defintiv wichtigeres."
      Hol dir ne Patenschaft bei Butenland oder such eine Tierrechtsgruppe bei dir in der Umgebung, damit verursachst du viel mehr positives, als mit solchem Verhalten.

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    8. ganz deiner meinung, mary.

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  3. Man könnte auch schreiben: Vegan sein ist insgesamt ziemlich anstrengend. Zumindest im Vergleich zur alles verzehrenden, kritiklosen Normalesserschaft, sofern es diese per definitionem überhaupt gibt. Also ich verstehe es ganz gut dass du in deinem offenbar sehr teuren Hotel deine Wünsche erfüllt haben willst. Aber ein bißchen auf Krawall gebürstet bist du sicher auch. ;) Denn es ist doch völlig klar, dass in unserer Welt nunmal wir die totalen Außenseiter sind - man weiß also, dass man mit seinen Wünschen immer anecken wird. Umso wichtiger, das diplomatisch anzugehen und genau dort umzusetzen wo es auch was bringt. Höflich und freundlich bleiben, für sich selbst sorgen und so eine Zufriedenheit ausstrahlen die Vegan-Sein ganz einfach und schön aussehen lässt. DAS wäre eine sehr wirksame Strategie. Mit Volldampf und im vollem Bewusstsein gegen die Wand krachen, klappt vielleicht im politischen Rahmen, aber im normalen Leben mit normalen Menschen bewirkt es eher das Gegenteil.

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  4. Und vielleicht ist dies ja gerade das Besondere an diesem Blog. Das er halt einfach mal anders schreibt.... das er halt einfach mal die Wut die er darüber verspürt ausdrückt... das er halt einfach keine Chiasamenpudding-Rezepte blogt, sondern tatsächlich schreibt was ihm stinkt... und zwar in einer hervorragenden und auch amüsanten Schreibweise! Und darum gehts hier in DIESEM vegan Blog halt einfach. Es gibt eine Million anderer vegan Blogs in der ihr über Tierliebe lesen könnt. Und ich glaube ein Augenzwinkern ist in jedem einzelnen Blogeintrag auch heraus zu lesen! Im echten Leben kann der lernende Veganer nämlich durchaus auch sehr rücksichtsvoll, verständnisvoll und nett argumentieren - ich war schon live dabei! ;-) Weiter so Ruben... ich finde deine Art anders und erfrischend! :-)

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  5. wenn du dich über die nicht-veganen köstlichkeiten in der minibar beschwerst, muss ich unumgänglich an mariah carey denken, die in ihrem zimmer ausschließlich dornlose, lila rosen zur dekoration (oder ähnliches) verlangt. natürlich kann man sämtliche fetische ausleben, wenn man die möglichkeit dazu hat, aber sollte man das tun?
    man muss sich mit seiner umwelt arrangieren und du lebst leider in einer veganer unfreundlichen umwelt. nun kannst du dich jeden tag darüber ärgern, dass in filmen hähnchen aufgehängt werden oder milch-honig-duschgels verschenkt werden, und deinen zorn darüber niederschreiben oder du versuchst das ganze nicht so wahnsinnig ernst zu nehmen. sei doch einfach ein guter veganer und kläre andere freundlich auf, WENN sie es wünschen. aber die, die deine einstellung nicht interessiert, solltest du auch nicht damit belästigen, denn dann passiert genau das, was mary geschrieben hat: sie machen sich über dich lustig. das ist dir dann vielleicht egal, es schadet aber auch der mission. denn wenn jemand mitbekommt, wie sich über den komischen veganer lustig gemacht wird, rückt seine entscheidung selber einer zu werden eventuell allein deswegen in weite ferne.
    es freut mich zu lesen, wie sich hier manch andere veganer äußern. meiner bescheidenen meinung nach sind menschen wie mausflaus oder mary weitaus geeigneter die fleischfresser für den fleischverzicht zu gewinnen. es ist einfach charmanter nicht kriminalisiert zu werden.
    ich mag diesen blog, weil ich dich komisch finde. wie anonym vor mir geschrieben hat, finde auch ich, dass du eine amüsante schreibweise hast. das gefährliche sehe ich darin, dass du dich selber nicht so witzig siehst, sondern dich recht ernst nimmst.

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    1. Du schreibst jetzt schon recht allgemein, wie Aufklärungsarbeit von Veganern auszusehen hat.
      Wenn ein Unveganer es wünscht, darf ein guter Veganer seinen Mund aufmachen und antworten. Bis dahin soll er sich weiter auf Ledersessel setzen und lieber nicht nochmal nachfragen, wenn Cocktaildressing als vegan angepriesen wird.
      Natürlich wäre das angenehmer für alle menschlichen Beteiligten. Aber ich teile diese Grundeinstellung nicht. Ich war anlässlich der jüdischen Kulturtage in Elmau und habe auch ein paar Interviews mit Zeitzeugen des Holocaust besuchen können. Ja! Jetzt kommt der Holocaust, ich biete Dir einiges für Deine Klicks.
      Einmal ging es dabei um die Frage, wie viel bestimmte Personen vom Ausmaß der Vernichtung im eigenen Land wussten. Ein Gast hat dann erzählt, ihm wurde genau diese Frage später einmal von einem anderen Juden gestellt, und er habe geantwortet, dass ihm vieles schon früh klar geworden war. Und daraufhin wurde ihm die nächste Frage gestellt: "Wo warst du denn dann?"
      Deiner Meinung nach wäre die zufriedenstellendste Antwort wohl gewesen: "Ich habe darauf gewartet, dass mich jemand um meine Meinung fragt."

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    2. lieber lernender veganer, ich denke, du weißt selbst ganz genau, dass du dich mit deiner letzten antwort ziemlich ins abseits gestellt hast. hier einen vergleich mit dem holocaust anzuführen zeugt nicht nur von großer dummheit, sondern ist schlichtweg respektlos. aber da sind wir wieder beim kriminalisieren und somit bin ich wieder an dem punkt angelangt, an dem ich dich einfach nicht ernst nehmen kann. also werde ich deinen blog weiterhin so lesen als schriebst du ihn über dein unmögliches alter ego, den schrulligen, nicht reflektierenden veganer über den man lachen kann.
      was mich freut ist, dass ich hier viel kritik von seiten der veganer sehe, was wiederum mein bild des veganers aufpoliert. bis auf die lobhudelei eines bekannten von dir kam kein positives feedback. nimm das doch mal als anlass zum reflektieren!

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    3. hey, ich habe auch einen positiven kommentar geschrieben, und ich kenne ruben nicht persönlich. meinst du wirklich, dass man seine meinung ändern muss, weil alle gegen einen sind?

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    4. dass er seine meinung ändern muss, habe ich nie behauptet. ich habe lediglich geschrieben, dass es doch toll wäre, wenn er mal reflektieren würde. das macht er nämlich nicht. das machen extremisten nie. sie folgen der doktrin, die sie sich selber auferlegt haben oder von anderen übernommen haben.
      und wo wir gerade bei den holocaustvergleichen sind. du findest es toll, dass ruben 100% hinter seiner meinung steht. das rückt ihn mit seinen aktionen und gedanken ins positive licht. hitler stand auch zu 100% hinter seiner annahme, die juden müssen vernichtet werden. diese prinzipientreue macht ihn für mich trotzdem nicht zum besseren menschen.
      ich weiß, dass der vergleich dem hohn geweiht ist. es soll nur nochmal verdeutlichen, was ich von solchen übertragungen halte.

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    5. aha. ich sage, dass ich es gut finde, wenn jemand zu seiner meinung steht. du sagst, dass hitler auch zu seiner meinung stand.
      und jetzt? irgendwie ist mir das zu blöd.

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    6. Teil 1:

      Hallo Rüdiger

      dieser letzte Beitrag von Dir hat mich im Gegensatz zum ursprünglichen Kommentar ehrlich gesagt enttäuscht.
      Ich weiß ja, dass die V-Sache sehr emotionsgeladen ist, und dass einzelne Situationen oder Schilderungen oft zwangsläufig zur Grundsatzdiskussion werden. Und dass ich Kritik für meinen kurzen Bericht aus dem Hotel ernten werde, hatte ich wie gesagt eh schon vermutet, daher war ich anfangs eher erfreut, dass ich zumindest einigermaßen pfiffig von Dir durch den Kakao gezogen wurde.
      Bis auf die völlig unbegründete Aussage, Leichenteile dürfte man aus Respekt vor den Tieren nicht Leichtenteile nennen, war ich also sehr einverstanden mit Deiner Kritik und habe mich deshalb ja auch bedankt.

      Für Deinen neuen Beitrag ergeben sich aus meiner Sicht zwei Lesarten, die ich beide nicht zu Deinen Gunsten auslegen kann:
      Die unwahrscheinlichere Version ist, dass Du es ernst meinst, und eine Person für Dich mit Hitler vergleichbar wird, wenn sie von einer Sache überzeugt ist. Zum Glück ist mir für diesen Fall schon ein Anonymus mit der Kritik zuvorgekommen.
      Die zweite Möglichkeit ist, dass Du mit dieser abstrusen Aussage aufzeigen wolltest, der Vergleich des Holocaust unter den Nazis mit dem Holocaust an den Tieren wäre ebenso minderwertig.
      Für diese Übertragung ist meiner Meinung nach Deine Aussage aber einfach zu merkwürdig, und beim Vergleich der Massenmorde gibt es dann doch einige Parallelen.

      Schon beim "Holocaust auf Deinem Teller" von peta wurden ja aufgeschreckte Stimmen wie nun Deine wach, die den Vergleich als respektlos monierten.
      Genau das Gegenteil ist dabei natürlich die Intention: durch den drastischen Vergleich soll mehr Respekt dem Tier gegenüber aufgebaut werden, als dass irgendjemand sich anmaßen würde, Geschichte zu verunglimpfen.

      Dass ich nicht reflektiere, darfst Du Dir natürlich gerne so ausmalen, und es hilft Dir vielleicht dabei, beim Lesen und vor allem Kommentieren dieses Blogs, aufgewühlte Minuten vor dem PC zu verbringen. Das ist belebend und sorgt für Gedankenstoff, teils für ganze Tage.
      Allerdings honorierst Du nicht, dass ich zugesagt habe, meine nächsten Beiträge aufgrund der Kritik anders zu gestalten.

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    7. Teil 2:

      Fast schon lustig ist für mich auch, dass hier beschlossen wird, was ich mit meinem "Verhalten" im Hotel ausgelöst habe. Das einzige beschriebene Verhalten aus dem Blogeintrag ist das Zurückbringen der Produkte aus Massentierhaltung an die Rezeption.
      Die Angestellten des Hotels müssen Euch nicht leid tun. Ich habe mich mit denenjenigen, die ich regelmäßig getroffen habe, blendend verstanden und konnte mich beispielsweise beim Koch persönlich bedanken.
      Das Gespräch beim Abschied wurde übrigens nicht von mir initiiert: ein junger Mitarbeiter der Rezeption hat mich darum gebeten, mit mir über Veganismus reden zu können, da er selbst einmal eine Zeit lang Vegetarier war. Auch wenn ich die Umstände betrübend finde, unter denen er den Fleischkonsum wieder aufgenommen hat (muss man hier jetzt nicht ewig bearbeiten), war es ein sehr herzliches und persönliches Gespräch, und ich meine einschätzen zu können, dass er das wahrscheinlich ähnlich empfunden hat.

      Nun ist es ja so, dass ich mich hier sehr ausgiebig für den obenstehenden Beitrag erkläre und rechtfertige und dabei vom einen ins andere gerate.
      Insofern hätte ich vielleicht wirklich besser auch ein paar angenehmere Geschichten aus dem Kurzurlaub mit eingeflochten oder noch ein Foto vom Obstkorb auf dem Zimmer.
      Allerdings wollte ich hauptsächlich eine Warnung für Veganer vor der Geldanlage in dieses Hotel aussprechen, die nach wie vor gilt, da die Kenntnis über Veganismus vor Ort einfach zu dürftig ist, als dass man sich in der Früh unbeschwert an den offenen Lebensmitteln am Buffet vergnügen könnte.
      Und in einem Tagungshotel mag das hinnehmbar sein, aber ein Hotel, das nur der Entspannung und dem Entfliehen aus dem Alltag dienen soll, verliert so für Veganer stark an Attraktivität.
      Vielleicht kann es sich ja so entwickeln, dass Du beim Lesen meines Blogs daran denkst, dass mein Alltag nicht nur aus Gummibärchen und Duschgels besteht - ich gebe hier zwar einiges aus meinem Leben preis, aber das ist natürlich nur eine Selektion aus meiner Lebensrealität, die ich dementsprechend aufbereite.
      Ich bin wie wir alle ein Anpasser, trage sicher oft bestimmte Farben im Herbst, weil das irgendjemand in einem Büro für ein halbes Jahr als schick bestimmt hat, und einiges mehr. Manchmal möchte ich mich aber weniger an die Tiernutzgesellschaft anpassen, als erwartet wird. Dass ich hier gesagt bekomme, wie bekloppt das ist - zum Glück vermischt mit hier und da einem netten Wort - ist prima Feedback für mich, und Du merkst ja: ich lese es alles, nehme es auf, denke darüber nach. Generell besteht dabei immer auch die Möglichkeit, dass sich meine Haltung sogar um 180 Grad verkehrt. In diesem Fall ist das erstmal nicht geschehen, aber irgendwas tut sich ja immer. Ich danke deshalb nochmal (auch den anderen) für die Kritik, das Interesse und die Zeit und für die Auseinandersetzung.

      PS: Soll kein zwanghafter Versuch sein, das letzte Wort zu haben, es kann ruhig weitergehen.

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    8. es fällt mir schwer, nochmal auf diesen thread zu antworten. nicht weil, ich die diskussion uninteressant finde, sondern weil es sich anfühlt, als würden wir drehen uns nur im kreis. trotzdem hatte ich dann doch das bedürfnis zu schreiben.
      ich finde es schade, dass dich mein letzter beitrag enttäuscht hat, obwohl ich das natürlich befürchtet hatte.
      ich möchte meine aussage zu den leichenteilen nicht unbegründet stehen lassen. obgleich es sich für dich wahrscheinlich pervers anhört, finde ich, dass ein tier, das für den verzehr durch den menschen getötet wurde, einen "sinnvollen tod" gestorben ist. leichenteile hat einen sehr negativen beiklang, welchen ich in dem zusammenhang aus eben diesem grund ablehne.
      beim holocaustvergleich kocht es in mir hoch. eine gewisse geschichtliche allgemeinbildung, die ich dir, lieber ruben, einfach mal unterstelle, vorausgesetzt, dürfte sich der betroffene an dieser stelle aus unverständnis an den kopf fassen. ich weiß nicht, wo du die parallelen siehst. im holocaust wurden millionen juden auf grausamste weise gequält und umgebracht, weil sie juden waren. das geschah grundlos. man aß die juden nicht und man verarbeitete sie nicht zu kleidung oder möbeln. die einzige parallele ist die tötung des lebewesens.
      und natürlich kann man die industrielle massentierhaltung nicht gutheissen. die bilder von eingepferchten, kranken tieren lassen mich keineswegs kalt. dennoch hinkt der vergleich.
      ich kaufe mein fleisch und meine eier bei einem biobauern auf einem wöchentlichen bauernmarkt und habe dabei ein gutes gefühl. ich esse auch nicht sehr viel fleisch, milchprodukte allerdings täglich. mit einem nazi oder mitläufer in der damaligen zeit würde ich mich nicht vergleichen.
      ich möchte auch gerne weiterhin solche beiträge von dir lesen. wie ich schon geschrieben hatte, interessieren und amüsieren sie mich. ich hoffe, du bleibst deiner linie treu.

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    9. Genau wie Du sagst, klingt es für mich pervers, dass ein für die Lebensmittelindustrie gestorbenes Tier einen "sinnvollen Tod" hatte. Allerdings pflichtet Dir geltendes Recht hier bei, denn nur mit vernünftigem Grund dürfen Wirbeltiere in Deutschland ja heutzutage getötet werden. Und ein solcher vernünftiger Grund ist nach Ansicht des Staates und nach Deiner Ansicht eben die Gewinnung von Essbarem.
      In diesem Punkt werden wir uns wohl einfach nicht einig werden.

      Wie Du schon schreibst, wurden im Holocaust Millionen von Juden auf grausamste weise gequält und umgebracht, wobei ich mich noch dazu angehalten fühle, hier zu ergänzen, dass auch viele andere Menschen unter dem Naziregime leiden und ihre Leben lassen mussten, wie z.B. Sinti&Roma oder behinderte Menschen.
      Wenn Du als Unterscheidung der beiden Szenarien "Holocaust unter den Nazis" und "weltweiter Tierholocaust" vorbringst, dass die Nazis die Opfer ihrer Gewalt nicht gegessen und ihre Haut nicht getragen haben, dann lässt das den (unendlich umfangreicheren) Massenmord an Tieren für Dich sinnvoll erscheinen, und er grenzt sich vom perversen Rassenwahn der Nazis ab. "Grundlos" geschahen diese Gräueltaten aus damaliger nationalsozialistischer Sicht allerdings ebenso wenig.
      Wenn Du allerdings wie eingangs beschrieben schon ahnst, dass meiner Ansicht nach Frühstückseier kein "sinnvoller Tod" für das Vergasen eines männlichen Kükens, und Kuhmuttermilch in Speiseeis kein "sinnvoller Tod" für ein Kalb ist, dann wirst Du auch ahnen: Dass Unveganer ihre Opfer nicht nur foltern und umbringen, sondern auch essen und sich in ihre Häute hüllen, lässt sie auf mich nicht nobler wirken.
      Auf die Gefahr hin, dass Du es schon weißt:
      Auch für die Eier vom Biobauern am Markt werden männliche Küken bei vollem Bewusstsein geschreddert, vergast oder erdrückt. Und das sieht nicht einmal der Gesetzgeber als sinnvollen Tod an, duldet es aber, weil alles andere ja nicht wirtschaftlich wäre.
      Für die Eier, die Du auf dem Biomarkt kaufst, wird gegen geltendes Recht verstoßen.
      Auch Kälbchen aus Biobetrieben dürfen mit "Entwöhnungskränzen" versehen werden - Nasenringe mit spitzen Zacken, mit denen die Babies ihren Müttern beim Versuch, zu trinken, in die Brust stechen, so dass die Mütter vor Schmerzen vor ihren Kindern davonlaufen. Damit ihre Milch ein Mensch trinkt.
      Und auch für Dein Fleisch vom Biomarkt gilt: Bio endet beim Schlachter. Vor ihm sind alle gleich.

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    10. ich kann nicht glauben, dass die szenarien, die du hier beschreibst, gang und gäbe sind. bestimmt gibt es schwarze schafe unter den schlachtern oder bauern, aber ich denke nicht, dass jeder einen solchen "entwöhnungskranz" oder ähnliches einsetzt.
      hast du glaubhafte quellen dafür?

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    11. Ja, das möchte man ja auch wirklich erstmal nicht glauben, wenn man es zum ersten Mal erfährt.
      Hier ein ganz kurzes, informatives Video aus seriöser Quelle zum Sexen von Küken:

      http://www.youtube.com/watch?v=vRZdMCvi6H8

      Du kannst ja den Händler auf Deinem Biomarkt das nächste Mal fragen, ob er weiß, was mit den Brüdern der Legehennen auf seinem Bezugshof nach der Geburt passiert.
      Eine Freundin von mir hat neulich bei einem Betrieb mit "Mehrwert-Eiern" nachgefragt. Dort kostet ein einzelnes Ei knapp einen Euro, es werden paradiesische Zustände abgepriesen, die den Biostandard um Längen übertreffen. Auf dem Hof gibt es einen Hahn pro circa acht bis neun Hennen. Das ist ungewöhnlich viel, der Betreiber sagt, den Hennen geht es besser, wenn ein paar Männer anwesend sind.
      Und auch dort muss man antworten: "Wir verwenden etwa 15% der männlichen Küken."
      Das ist ein hoher wert, und es ist positiv ausgedrückt. Aber es heißt auch, dass auch dort 85% der männlichen Neugeborenen vernichtet werden.

      Hier kannst Du Dir verschiedene Modelle von Saugentwöhnern ansehen und bestellen:

      http://www.agrar-fachversand.de/index.php?cat=c111914_Saugentwoehner.html

      Natürlich ist es richtig, dass nicht jeder dieses Instrument verwendet. Aber bio oder nicht spielt diesbezüglich keine Rolle.

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  6. Ja, nimm Dich bitte selbst nicht so furchtbar wichtig, dann wird das Leben leichter. Veganismus kommt nicht dadurch auf positive Weise ins Bewußtsein der Menschen, wenn sich da jemand so Starallüren-mäßig aufspielt wie Du es in dem Hotel getan hast. Mit Aggression kommt man nicht weiter, nur mit Freundlichkeit, Frieden und Liebe, mit dem Vorleben des Guten, nicht mit dem starren Bekämpfen dessen, was man für verwerflich hält.

    Somit sehe ich auch z.B. Blogs, die Chiasamenpuddinge posten, überhaupt nicht als "minderwertiger" an (diese Abwertung empfindet man beim Lesen des Kommentars von Anonym oben), denn sie geben Inspiration für jeden Vegan- oder Rohkostneuling, der Chiasamen eben noch nicht kennt.
    Über die Mißstände, die zu der Entscheidung vegan führen, weiß hingegen eh jeder Bescheid, der sich für tierleidfreie Ernährung interessiert, da braucht man sich nicht ständig aufgeregt dran hochziehen.
    Viele Grüße
    Stefan

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  7. Also ganz ehrlich: mir tun die armen Hotelangestellten leid! Klar ist es ärgerlich wenn das Essen nicht vegan ist, aber sich aufregen wg. Süßigkeiten in der Minibar? Wg Ledersesseln auf denen ich nicht sitzen mag??? Gehts noch?? Jetzt ist mir auch klar warum die meisten Menschen meinen Veganer sind Spinner..., sry, aber anders kann ichs nicht sagen (ernähre mich selbst seit 3 Jahren vegan, vorher 10 Jahre vegetarisch)

    Kopfschüttelnde Grüße
    Sabrina

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  8. obwohl ich weder veganer noch vegetarier, sondern ein prinzipienloser speziesist bin, finde ich rubens vorgehensweise nachvollziehbar. wenn man sich wie er einem riesigen, dem holocaust vergleichbaren, verbrechen gegenüber wähnt, so ist doch nur konsequent, dies in aller schärfe anzuprangern. jemand, der die tötung von tieren schrecklich findet, aber seinen mitbürgern, die diese praxis unterstützen, nur mit love, peace and harmony begegnet, ist doch irgenwie prinzipienlos. all diese öko-hippie-veganer erwecken so den anschein, nur aus selbstgerechtigkeit auf tierprodukte zu verzichten. dies ist auch auf den vielen veganerblogs zu beobachten: nicht die abneigung gegen tiermord steht im vordergrund, sondern das gesteigerte wohlbefinden. vegane muffins sind ja so lecker und gesund, und man fühlt sich auch noch moralisch voll gut dabei. und die nächste stufe ist dann roh-vegan. da fühlt man sich noch besser, hat dann aber keinen moralischen hintergrund mehr, es geht immer nur um einen selbst. nicht die rettung der tier steht im vordergrund, sondern die des eigenen karmas.
    auch wenn ruben wie eine durchgedrehter rock-star wirkt, ist er doch der einzige von euch, der wirklich 100% hinter der sache steht, egal was man von dieser halten mag.
    auch ich lächle über ihn, aber er hat immerhin prinzipien. und das ist viel wert.

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    1. Du vergisst dabei, dass es zwei gute Gründe gibt, warum Veganer immer Rezepte posten: 1. Der gemeinsame Austausch und 2. (auch wichtiger): Das erste, was man als Veganer immer hört, ist: "Ja mir tun die Tiere ja auch Leid, aber ich weiß ja gar nicht, was ich dann noch essen kann." Viele werden vegan (da spreche ich aus Erfahrung aus dem Freundeskreis), weil sie durch die Blogs sehen, dass es eben auch lecker & einfach geht, wenn man Tierleid aussperrt. Mit Selbstgerechtigkeit hat dies nur insofern etwas für mich zu tun, dass man sich selbst auch auf moralischer Ebene besser fühlt. Aber warum nicht? Wenns den Tieren zu gute kommt, ist das doch in Ordnung!
      Und gerade WEIL es den meisten von uns um das Leid der Tiere geht, versuchen wir nicht mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, denn (wer sich schon mal mit Psychologie beschäftigt hat, wird das bestätigen): damit kommt man nicht weit. Mit Anprangern, Aggression usw. ruft man nur ein Trotzverhalten hervor. Das Gehirn macht dann die Schotten dicht und sorgt dafür, dass wichtige Argumente nicht ankommen. Ähnliches kann man auch bei Bildern aus Schlachthöfen bspw. beobachten: Die meisten Menschen werden zwar kurz berührt, aber sobald sie im Supermarkt wieder an der Fleischtheke stehen, ist das wieder vergessen. Hat man nun aber gezeigt, dass statt Schnitzel auch mal Gemüse oder ggf. Sojafleisch zum Einsatz kommen können und lecker schmecken, führt es dazu, dass die Person auch mal das Schnitzel liegen lässt. Darum denke ich, dass gerade die "Hippie-Veganer", wie du das nennst, wesentlich mehr erreichen, da sie auf friedliche Weise zeigen, dass es eben ganz leicht ist, den Tieren die Qual zu ersparen.
      Und wie sehr jeder einzelne von uns hinter seiner Sache steht, kannst du, glaube ich, nicht beurteilen bzw. hast auch gar nicht das Recht dazu. Es gibt viele, die sich bei der Tierrettung etc. den Arsch aufreißen, ich denke, die stehen noch mehr dahin als jemand, der sich über Gummibärchen in seinem Hotelzimmer aufregt.

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    2. Ich habe die letzten zwei Tage viel gearbeitet und komme deshalb erst jetzt wieder dazu, zu antworten.
      Zu Rezepteblogs muss ich noch sagen, dass ich sie ja selbst regelmäßig lese - meistens einfach wegen der hübschen Fotos, und manchmal versuche ich auch etwas, wenn es machbar scheint. Wenn ich sage, dass ich einen anderen Blog als einen Rezepteblog machen will, dann heißt das natürlich nicht, dass ich Rezepteblogs blöd finde.

      Darüber, wie man eine Person vom Veganismus überzeugen kann, lässt sich natürlich viel sinnieren. Ich habe auch schon sehr viele positive Erfahrungen damit gehabt, freundlich mit Leuten darüber zu reden, ihnen viel zuzuhören oder Bekannten etwas zum Probieren anzubieten. Ich denke aber zum Beispiel nicht, dass jemand Veganer wird, weil er eine Sendung über Lupinen sieht. Der Film Earthlings könnte da schon eher eine Rolle spielen. Und trotzdem ist natürlich auch jeder Mensch anders, und man muss immer nachfühlen: wie kann ich diese Person erreichen, was ist angebracht und was nicht. Insofern halte ich eine generelle Aussage wie "Das Gehirn macht dann dicht" für etwas zu ungenau und auch nicht in jedem Falle richtig - aber manchmal ist es sicher richtig.

      Als jemand, der seine Freizeit mit Aufklärungsarbeit vor Circus Krone oder dem Verteilen von Flyern verbringt, auf denen Informationen zur Hühnereiproduktion nachzulesen sind, muss ich mich wundern, von einer Leserin dieses Blogs nun darauf reduziert zu werden, dass ich die Gummibärchen nicht in meinem Kühlschrank wollte. Mit der Aktion "Gummibärchen raus aus dem Kühlschrank" wollte ich nie der ALF Konkurrenz machen.

      Abgesehen davon möchte ich auch gleich noch auf den Vergleich zwischen mir und Mariah Carey aufgreifen, der weiter oben fiel.
      Ich kenne mich mit dieser Person ehrlich gesagt nicht aus, aber es wurde ja beschrieben, dass sie in jedem Hotelzimmer immer lauter lila Rosen an der Tapete haben wollte oder eben dergleichen. Gehen wir mal davon aus, dass sie das nicht als Sonderleistung extra bezahlt hat, denn dadurch wäre das zwar immernoch ultra schräg, aber vollkommen legitim. Jeder darf sich doch mit seinem Geld bekloppte Dinge leisten, wenn es ihn vergnügt.
      Wenn sie diese Dinge aber einfach so von Hotelbetreibern gefordert hat, dann gibt es hier neben der natürlich viel umständlicheren Umsetzung immernoch einen grundlegenden Unterschied dazu, dass ich keine Produkte aus der Massentierhaltung in meinem Kühlschrank wollte: dass ich keine Gummibärchen möchte, ist kein gieriger Wunsch. Man mag es nachvollziehen oder eben nicht, aber dass ich davon ausging, man könnte diese Produkte in meinem Kühlschrank vielleicht einfach weglassen, wenn ich darum bitte, wäre doch eher eine bescheidene Zusatzleistung.

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  9. Ja, Mary, ich sehe es auch so.
    Finde es sehr schade, daß die Bezeichnung Hippie-Veganer benutzt wird. Warum nur die anmaßende Ansicht des obigen Schreibers, man sei selbstgefällig und prinzipienlos, wenn man nicht permanent mit einem Transparent durch die Gegend zieht und anprangert ohne Ende?
    Ich esse keine Tierprodukte, da ich den Tiermord mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kann. Daß dies sogar nicht nur den Tieren nützt, sondern auch meiner Gesundheit, ist ein hocherfreulicher Nebenaspekt der Sache, die große Freude macht. Warum also nicht dieses gesunde Leben fortan in den Vordergrund stellen? Denn DAS kann Menschen inspirieren, das Anprangern der Grausamkeiten hingegen kratzt die wenigsten.
    Meine ethische Entscheidungsgrundlage brauche ich nicht ständig anderen gegenüber zu erwähnen, denn DAS fände ich selbstgefällig, wenn ich mich überall als der moralisch Bessere präsentieren würde. Eben solche Aufstände in Hotels veranstalten, so was ist einfach unangemessen und sinnlos für die Sache, um die es geht.
    Gruß Stefan

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  10. Nun, ich finde ganz und gar nicht, dass Veganer einen großen um Elmau machen sollten - ganz im Gegenteil. 2 Gründe vor allem sprechen dafür, dass sie jetzt unbedingt sorthin sollten. Erstens haben die Mitarbeiter des Hotels, insbesondere die Küche, doch jetzt schon allerhand gelernt darüber, wie man vegane Gäste glücklich machen kann. Die nächsten Besucher profitieren also gewiss von den Mühseligkeiten, die Ruben hatte. Zweitens sollte im Hotel nicht der Eindruck bleiben, es gäbe nur einen einzigen Veganer auf der Welt - und zwar einen, der eine ziemliche Nervensäge ist!

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