Freitag, 13. Dezember 2013

Veganz-Eröffnung in München

Heute wurde nach diversen anderen Städten auch in München eine Filiale von Veganz eröffnet.

Die Ladenfront in der Baldestraße 21.
Der Laden ist kleiner als die Filialen, die ich schon aus Berlin kenne. Insgesamt ist es denke ich nicht viel mehr Fläche als im Radix, dem veganen Einkaufsmarkt, den es hier in der Nähe schon länger gibt.

Generell freue ich mich auf jeden Fall, dass wir nun ein Veganz haben. Ich will Euch einfach mal meine frischen Impressionen von heute servieren und dabei auch erwähnen, was ich nicht so prickelnd finde.

Mit im Laden befindet ich ein kleines Bistro, das einen Ableger des in München sehr bekannten Max Pett darstellt. Hier gibt es zum Beispiel frische Flammkuchen und belegte Semmeln, was vor allem im Sommer praktisch werden dürfte, denn gemütliche Stellen an der Isar, an denen man es sich in der Sonne und im Wasser gut gehen lassen kann, gibt es hier genug. Nun kann in der Nähe richtiges Essen mitgenommen werden, wenn auch nicht gerade günstig. Das war aber zu erwarten.

Dass die Leute vom Pax Pett wunderbare Kuchen hinbekommen, ist bekannt. Jetzt gibt es sie auch in Isarnähe.
Im Supermarkt sind die Regale recht eng aneinandergereiht. Im Gegensatz zum Radix muss man hier aufpassen, nicht mit anderen Leuten zusammenzustoßen, wenn mal etwas mehr los ist. Dafür wirkt das Sortiment sinnvoller präsentiert; es stehen nicht von derselben Sorte etliche Produkte nebeneinander. Wahrscheinlich gibt es im Veganz ein größeres Lager, so dass die Produkte im Geschäftsbereich kompakter eingeräumt werden können.

Gute Getränkeauswahl im Veganz. Aktuell nichts gekühlt.
Die Eröffnungsangebote fielen meiner Meinung nach etwas mau aus: so gab es zum Beispiel 10% Rabatt auf alle Weihnachtsartikel - kein Grund, sich vor Glück den Einkaufswagen vollzupacken. Überhaupt: Dass im Eingangsbereich etwa 20 Einkaufswagen aufgereiht sind, scheint mir unnötig zu sein. Bei den engen Regalreihen ist ein Einkaufskorb eindeutig praktischer.
Es gibt eine gute Getränkeauswahl von Wein und Bier über Limonaden und Säfte bis hin zu Mineralwasser. Ein Kühlschrank, in den man Bier und Cola stellen könnte, ist zur Zeit mit Fleischalternativen bestückt. Hoffentlich wird hier im Sommer umdisponiert.

Eine von zwei Seiten in der Obst- und Gemüseabteilung.
In der Obst- und Gemüseabteilung ist erfreulicherweise alles Bio. Die Preise sind unterschiedlich attraktiv: Bananen für 1,99 Euro pro Kilo sind in Ordnung, 4,99 Euro pro Kilo Broccoli muss man sich leisten können. Natürlich darf auch der originale Attila Hildmann Spiralschneider nicht fehlen...

Nüsse und Müsli können selbst abgefüllt werden.
Wunderbar, dass es auch im Veganz lose Produkte gibt, die für gewöhnlich nur abgepackt erworben werden können. Von Dr. Pogo in Berlin kenne ich das aber in umfangreicher.

Katzen- und Hundenahrung sowie Putz- und Waschmittel.
Beim Katzenfutter "Ami Cat" hat mich der Preis interessiert, weil ich das im Radix gelegentlich für die Katzen meiner Mutter kaufe. Der Preis ist identisch, im Radix gibt es aber immer automatisch einen 3%-Gutschein für den nächsten Einkauf ab 20 Euro Warenwert.

Ein Teil des Tofu- und Vurstangebotes im Veganz. Auch an Käse- und Joghurtalternativen ist einges geboten.
Aus den USA importierte beliebte Eissorten.
Wer's braucht, bekommt zu Weihnachten auch einen kompletten veganen Truthahn für 49,90 Euro. Auch bei den importierten Tiefkühlpizzen muss mit 8,99 Euro ordentlich in die Tasche gegriffen werden.
Als etwas seltsam ist mir dann noch die Rabattierung aufgefallen: Produkte werden mit "1/2 Preis" beworben, obwohl der Preis eindeutig noch höher liegt, als bei der Hälfte des ursprünglichen Preises. Eigentlich unnötig, die Produkte könnten ja auch einfach so runtergesetzt werden, ohne dass die Behauptung "1/2 Preis" aufgestellt wird.
Die Hälfte von 2,99 ist hier 1,79.
Ansonsten gab es eine Tombola mit sehr unspektakulären Preisen, aber viele leckere Kleinigkeiten zum Durchschnabulieren. Ich habe dann noch einen Himbeerjoghurt zum Kauf von ein paar Bananen dazubekommen.
Insgesamt ist der Laden ungefähr so, wie ich es erwartet habe. Vor allem wer sich mal durch die amerikanischen Produktpaletten durchprobieren will, sollte auf jeden Fall vorbeischauen.
Viel Spaß allen, die heute oder morgen noch zur Eröffnung gehen. Und natürlich ein schönes Wochenende!

Dienstag, 19. November 2013

Bei avesu bestellt

Leider komme ich in letzter Zeit nicht so oft dazu, mal etwas zu bloggen.
Jetzt will ich aber wie angekündigt kurz über meine erste Bestellung bei avesu.de berichten:

Vor etwa einem Monat habe ich mir die "Eliot Black-medium grey" bestellt.
Kurz vorher war mir wieder ein älteres Paar Schuhe auseinandergefallen, deshalb bestellte ich online für zusätzlich sechs Euro Versandkosten, obwohl ein Freund von mir fast jedes Wochenende in Berlin ist und mir die Schuhe auch im Geschäft hätte kaufen können. Ich wollte sie eben schnell haben.
Leider dauerte der Versand der Schuhe ungefähr eine Woche, obwohl der Artikel mit "auf Lager" markiert war. Für meine Begriffe ist das etwas zu lange, bei sechs Euro Versandkosten wäre ich mit einer Lieferzeit bis vier Tage einverstanden gewesen.

Neue Schuhe um die Füße
Das Modell fällt ziemlich groß aus. Wer zwischen zwei Größen schwankt, sollte meiner Meinung nach eher zur kleineren Variante greifen. Ich habe meinstens 41 bis 41 1/2. In diesem Fall habe ich 41 1/2 bestellt, die Schuhe sind mir nun leider etwas zu groß. Zum gelegentlichen Tragen ist es aber in Ordnung. Positiv finde ich, dass ein Porto-Aufkleber für den Rückversand gleich mitgeliefert wurde. Wäre ich nicht so faul gewesen, hätte ich die Schuhe also wohl noch recht unkompliziert gegen eine kleinere Größe umtauschen können.
Außerdem gab es im Lieferumfang noch einen kleinen Schuhlöffel mit avesu-Schriftzug.

Die Schuhe selbst machen einen soliden Eindruck und haben bis jetzt keine ungewöhnlichen Abnutzungserscheinungen gezeigt. Der hintere Teil, der an der Ferse anliegt, ist recht hart und kann erst einmal zu Blasen führen, wenn die Füße weicheres Schuhwerk gewohnt sind.
Außerdem färben die Schuhe zu Beginn ab. Ich hatte zufällig gerade meine weißen Laufsocken an. Nach dem ersten Tragen der Schuhe waren sie dunkelgrau.

Die Verpackung bestand übrigens komplett aus Papier und Pappe, was ja noch einige interessieren könnte. Sowohl der Außenkarton, als auch der Schuhkarton und alles Füllmaterial waren frei von Kunststoff.

Dienstag, 15. Oktober 2013

Good Guys nach einem Jahr

Wie beim letzten Mal angekündigt, will ich heute nochmal einen Eindruck von meinen Good Guys Schuhen vermitteln, die ich mir im Herbst 2012 gekauft hatte.
Da die Schuhe nach wie vor etwa 170 Euro kosten, ist es denke ich interessant zu erfahren, wie sie sich im Langzeittest schlagen:

Kleine schwarze Flecken von Lagerfeuerfunken.
Im vergangenen Winter habe ich meine Good Guys häufig getragen, weil ich das Design nach wie vor toll finde und mich über die Schuhe gefreut habe. Unter anderem hatte ich die Schuhe an ein paar Tagen an einem Winterlagerfeuer an. Dabei hatte ich nicht bedacht, dass die Oberfläche ja im Endeffekt aus Kunststoff besteht, der natürlich etwas anfälliger gegenüber Hitze reagiert, als zum Beispiel Leder. Ich denke nicht, dass auf Schuhen aus der Haut toter Tiere bei jedem glimmenden Fünkchen aus dem Feuer sofort solche eindeutigen Flecken entstanden wären, wie bei diesen.

Geschmolzene Stelle an der Innenseite des rechten Schuhs.
Am Lagerfeuer ist mir außerdem beim Wärmen der Füße die Innenseite eines der Schuhe leicht angesengt, die braune Oberfläche ist also stellenweise etwas abgeschmolzen und die Gummischicht darunter wird sichtbar. Wer sich Good Guys kauft, sollte also ganz einfach nicht vergessen, dass das Material äußerst hitzeempfindlich ist.

Nun finde ich die schwarzen Stellen nicht fürchterlich schlimm, zumal ich ja selbst an den Verfärbungen Schuld habe. Was mich aber wirklich stört, ist, dass die Ringe, durch die die Schnürsenkel im Schuh geführt werden, nicht sicher genug im Material eingefügt sind.

Schon nach wenigen Monaten fängt bei beiden Schuhen das Material um den obersten Schnürsenkelring an, auszureißen.
Natürlich habe ich mit diesen Schuhen nie Freizeitsport oder ähnliches betrieben, ich bin lediglich das eine oder andere Mal zum Bus gerannt, was aber auch mit einem urbanen Straßenschuh möglich sein muss. Die Verarbeitung lässt in dieser Hinsicht eindeutig zu wünschen übrig und sorgt angesichts des hohen Preises bei mir für Verwunderung.

Meine Sorge, das Verfransen im Inneren der Schuhe (hinten an der Ferse) könnte sich weiter fortsetzen (siehe Blogeintrag von damals) hat sich aber nicht bestätigt.
Ich trage die Schuhe nun etwa einmal pro Woche und trage sie noch immer gern; mein größter Kritikpunkt - das schnelle und unreparable Ausfransen der Schnürsenkelringe - würde mich allerdings davon abhalten, für die Schuhe noch einmal so einen hohen Preis zu zahlen.

Wer die eigene Größe zu einem ermäßigten Preis findet und die Schuhe ausschließlich an herbstlichen Tagen auf dem Weg ins Büro tragen will, kann zugreifen.

PS: Die neue Tierbefreiung ist seit letzter Woche erhältlich und mal wieder sehr lesenswert.
Auf Albinos Tour habe ich mir sein frisches Album "Anderland" geholt, das wieder ein paar gute Tracks enthält. Wütende Kopfnicker wie "Jetzt ist genug" oder "Ohne Rechte" sucht man allerdings vergebens. Wer sich eine genauere Besprechung des Albums wünscht, kann mir das gern in den Kommentaren mitteilen.
Die Jubiläumsausgabe der Tierbefreiung (rechts), Albinos neues Album (links unten) und Holger Burners (der mit Albino auf Tour war) neue CD im Schallplatten-Look.

Donnerstag, 19. September 2013

Vegan Wednesday #57


Nach ein paar Wochen ohne Posting melde ich mich mal wieder mit einer Teilnahme am Vegan Wednesday zurück. Beim Vegan Wednesday fotografieren vegane Blogger_innen mittwochs ihr Essen und sammeln die Beschreibungen dazu zentral. Das Ziel ist sowohl, sich gegenseitig Anregungen zu geben, als auch nicht vegan lebenden Menschen zu zeigen, was "wir denn dann noch so essen können".

Weiter unten geht es dann noch kurz darum, was ich mir für die nächsten Beiträge auf diesem Blog vorgenommen habe.
Zum Frühstück gab es eine Krustensemmel mit Alsan-bio und Aprikosenmarmelade, dazu (Fairtrade-Bio-)Kaffee.
 
Mittags habe ich mit einer Freundin aus Neuseeland geskyped und mir dazu einen Obstsalat gemacht: Eine Banane, ein Pfirsich und Erdbeeren. Außerdem immer wieder brav viel Wasser.
 
Am frühen Nachmittag gab es dann einen großen Salat: Eisbergsalat, Kidneybohnen, eine rote Paprika, eine Karotte, Kürbiskerne, Pinienkerne, Sonnenblumenkerne und ein Dressing aus Salz, Pfeffer, Olivenöl und veganem weißem Balsamico (von AlnaturA). Dazu eine helle und eine dunkle Semmel mit dem Champignon-Shiitake-Aufstrich von Aldi, nochmal etwas Salat drauf und Paprikapulver drüber.
 
Später noch ein Glas Traubensaft. Bis dahin bin ich (zufällig) ohne Soja ausgekommen, dann kam allerdings der Abend:
 
Beim Weggehen habe ich mir für zwei Euro eine "Gemüsepfanne mit Sojageschnetzeltem und Reis" geholt. Das Gemüse ist bei meiner Portion aber eindeutig zu kurz gekommen, ich habe dann noch Broccoli von jemand anderem am Tisch abbekommen.
 
Zum Abschluss des Tages gab es dann noch zwei Freibier vom Fass. Wunderbar!
 
Das nächste Mal werde ich noch einmal über die Good Guys resümieren, die ich mir letzten Herbst gekauft habe. Der Homeveganer hatte sich damals in den Kommentaren genau das gewünscht, und das habe ich natürlich nicht vergessen.
Auch beim übernächsten Mal wird es denke ich um vegane Schuhe gehen, denn ich habe jetzt zum ersten Mal ein Paar bei avesu bestellt.


Sonntag, 25. August 2013

Der CinemaxX Snackkompass

Auf der letzten Seite der CinemaxX-Kinozeitschrift für September 2013 gibt es gute Nachrichten für sich vegan ernährende Menschen:
Die Kinokette hat zwar leider keine neuen veganen Produkte eingeführt, listet nun aber detaillierte Produktinformationen zu allen Getränken und Snacks online auf. Die Produkte werden dabei eindeutig mit einer Eignung für Veganer_innen oder Vegetarier_innen versehen.

Letztes Jahr habe ich diesbezüglich einmal über Nachos im Kino geblogt und eine Zutatenliste hochgeladen; solche unvollständigen Hilfsmittel sind mit dem neuen so genannten Snackpass endlich nicht mehr nötig.
Die Einstufungen der verschiedenen Produkte hat der vebu übernommen, so dass die Angaben auch wirklich verlässlich sein sollten.
Ich finde dieses neue Angebot vor allem deshalb praktisch, weil es bei nicht näher definierten Aromen und Farbstoffen nervt, ständig Produktanfragen zu stellen. Durch die übersichtlichen Angaben weiß ich nun endlich, dass auch das salzige Popcorn vegan ist - trotz Farbstoff.

Interessanter Nebeneffekt: Coca Cola, Nachos und Jalapeños werden nach diesem System nichtmal für "Vegetarier" freigegeben, auch eine Flasche stilles Wasser der Coca-Cola-Marke "ViO" gilt nicht als vegetarisch. Die Einteilung könnte hier noch unvollständig sein; da der Snackpass aber schon auf der offiziellen Facebook-Fanpage von CinemaxX beworben wurde, scheint es mir, als würde der vebu Produkte von Coca Cola generell als ungeeignet ansehen. Wenn dem so ist: wunderbar.

Einen schönen verregneten Sonntag und ggf. viel Spaß beim Snacken im Kino!

Montag, 12. August 2013

Erfahrungsbericht zur Demo in Donauwörth

Am vergangenen Samstag fand nicht nur der Vegan Street Day in Dortmund, sondern auch eine Demonstration in Donauwörth gegen eine im Bau befindliche Massentierhaltungsanlage für Schweine statt.
Bei gutem Wetter zogen Menschen aus ganz Süddeutschland vom Hauptbahnhof auf einer kurzen Route durch Donauwörth, um auf den zweifelhaften Ruf der Straathof Holding GmbH hinzuweisen. Die auch in Deutschland bereits für Rechtsverlezungen bekannten Schweinezüchter_innen dürfen in ihrem Ursprungsland, den Niederlanden, bereits keine Anlagen mehr bauen.
Ein für die Kreisstadt verhältnismäßig großer Demonstrationszug durch Donauwörth.
Obwohl auf der Demonstration viel Wahlkampf für die Grünen betrieben wurde und tierschützerische Inhalte allgegenwärtig waren ("Artgerecht statt ungerecht"), nahmen glücklicherweise auch einige Tierrechtler_innen aus München und Umgebung sowie das Aktionsbündnis MASTANLAGEN WIDERSTAND an der Demonstration teil und ergänzten die in diesem Fall dominante Tierschutzstimmung durch ihre konsequente, tierausbeutungsfreie Zukunftsperspektive.
Eine Aktivistin weist während der Demonstration auf weitere Mastanlagen in der Region hin.
Nach der Demonstration Mir hams satt in München war das nun meine zweite bürgerliche Veranstaltung in kürzerer Zeit, bei der gezielt Tierrechtsinhalte platziert werden konnten.
Obwohl das anstrengend sein kann, halte ich es für wichtig und meine aufgrund einiger Gespräche auch, Zustimmung dafür zu erfahren. Vor allem finde ich es schön zu merken, wie sich direkt Betroffene vor Ort über die angereiste Unterstützung freuen.
Einen lokalen Bericht und weitere Fotos gibt es hier:

http://www.donau-ries-aktuell.de/2013/08/10/kundgebung-gegen-massentierhaltung-in-donauworth/

Übrigens: Wer öfter vorbeischaut, wird gemerkt haben, dass ich seit einigen Monaten Veranstaltungstipps rechts oben auf diesem Blog einblende. Diese "Werbung" ist nie fremdbestimmt und stellt einfach eine persönliche Auswahl meinerseits dar.
Nach dem Banner für den Veggie Street Day gibt es jetzt den Hinweis auf die bevorstehende Tour von Albino, Callya & Co. Anfang / Mitte Oktober.

Guten Start in die neue Woche!

Donnerstag, 1. August 2013

Food Sharing in München

Heute gibt es mal wieder einen Tipp mit Bezug auf München:

Vor drei Wochen bin ich auf ein liebevolles Projekt im Stadtteil Neuhausen gestoßen, an dem ich nun schon mehrere Male teilgenommen habe. Es geht um das Kinderzimmer eines im Moment elf Jahre alten Jungen, das im Erdgeschoss liegt und ursprünglich einmal als Ladenfront mit Eingangstür diente. Leander stellt sein Kinderzimmer zweimal wöchentlich (aktuell immer Dienstag und Freitag je von 17:00 - 19:00 Uhr) allen zur Verfügung, die Lebensmittel abgeben oder entgegen nehmen möchten.
Geöffnete Stelle für Foodsharing in München
Dabei ist es völlig unerheblich, ob Teilnehmende selbst etwas beisteuern können; auch eine Bedürftigkeit muss nicht nachgewiesen werden, wie manche Erstbesucher_innen kleinlaut befürchten.
Das Projekt lebt aber natürlich davon, dass auch Menschen geben. Vorzufinden sind containerte Lebensmittel, abgelaufene Sachen, Lebensmittel von Menschen die vor ihrem Urlaub nicht alles verbrauchen konnten, Dinge die jemandem nicht schmecken, übrige Vorräte aus Betrieben und dergleichen.
Das gespendete Essen deckt alle (Un-)Arten der Ernährung ab, beinhaltet also auch Produkte wie Käse, Wurst oder Fleisch. Spannenderweise sind vor allem die Tierleichenteile nur sehr schwer unters Volk zu bringen, da der Anteil an sich vegetarisch und vegan ernährenden Personen in diesem Projekt überdurchschnittlich hoch ist. Bei meinen ersten Besuchen musste ich oft darüber schmunzeln, wenn neue Interessierte perfekt erhaltene Leichenpampe links liegen ließen.
Noch nicht abgelaufener Leberkäse aus eingehaltener Kühlkette, den (fast) niemand will.
Eine Limonadenfirma hat für das Projekt einen Kühlschrank gespendet, so dass auch Obst, Gemüse und eben einige unvegane Lebensmittel abgegeben werden können. Einen solchen Kühlschrank im Schlafzimmer stelle ich mir aufgrund des Brummens nicht sehr angenehm vor, der elfjährige Lebensmittelretter sieht das aber gelassen. Als ich ihn bei meinem ersten Besuch darauf ansprach, winkte er meine Bedenken mit einem lässigen Schwung beiseite. Alles nicht so wild. Immerhin könne er sich durch seine Schlüsselrolle auch hin und wieder eintreffende Leckereien zuerst aussuchen.
Eine Kiste Äpfel und ein paar Kleinigkeiten wie Tee oder Popcornproben.
Es gibt auch recht oft Brot, Semmeln und Brezen abzuholen, von denen dann leider keine genauen Inhaltsangaben vorhanden sind. Wer also genau auf vegane Ernährung achtet, kann im Fairteiler hauptsächlich mal das ein oder andere Obst und Gemüse mitnehmen, letztens habe ich auch mal eine Packung vegane Oreos erbeutet (und gleich einer Veganerin eine Rolle abgegeben, die noch nicht wusste, dass die normalen Oreos jetzt vegan sind).
Beispiel für einen kostenlosen Besuch im Fairteiler: Bananen, Äpfel und ein Laib Bio-Brot vom Vortag.
Adresse, Kontaktdaten und mehr über den Fairteiler, den es seit Mitte 2013 gibt, erfahrt Ihr in diesem Artikel von Merkur Online.