Dienstag, 10. November 2015

Buchvorstellung: "Local" Superfoods

Der TRIAS-Verlag war so nett, mir das Buch "Local Superfoods" von Franziska Schmid zu schicken, das vor ein paar Wochen erschienen ist.
Da mein letztes Posting hier schon lange zurückliegt, habe ich heute die Gelegenheit genutzt, mir das Buch anzusehen und mich für ein Pesto zum Abendessen inspirieren zu lassen:

Ein Blick auf das Cover verursacht erst einmal Stirnrunzeln - eine appetitliche Avocado ziert die Bildmitte. Sollte es hier nicht um "lokale" Produkte gehen, wie der Titel verspricht?
Im Buch dann Rezepte mit Bananen, Orangen, Süßkartoffeln... sogar die Mango ist vertreten.
Um es gleich zu sagen: Über diese Themaverfehlung muss man letztlich hinwegsehen, um mit dem Buch etwas anfangen zu können.
Obwohl für die Vorstellung der einzelnen "Superfoods" eine durchaus sinnvolle Struktur gewählt wurde, in der zum Beispiel anfangs immer die Saison der Pflanze genannt wird, heißt es unter diesem Punkt leider immer wieder lapidar: das ganze Jahr über erhältlich. (Nüsse, Amaranth, Quinoa, Süßkartoffel, Avocado)

Positiv ist dagegen, dass der gesamte Rezeptteil vegan bleibt. Deshalb ja auch die Vorstellung hier auf meinem Blog.
Nachdem in den letzten ca. anderthalb Jahren Stapelweise Kochbücher mit dem Schlagwort "vegan" im Titel erschienen sind, ist nun wohl "Superfood" ein neues Trendthema. Da ist es schön, wenn die supergesunden Pflanzen nicht gleich wieder mit Tiersekreten vermengt, sondern wie in diesem Fall die vegane Küche ganz selbstverständlich fortgeführt wird.

Zum Glück ist auch der anfängliche Teil ausreichend knapp gehalten, in dem beschrieben wird, was so ein Superfood denn nun eigentlich ist. Demnach gibt es keine einheitliche Definition; man kann diesen Namen einfach Lebensmitteln zuteilen, die eine überdurchschnittlich hohe Nährstoffdichte (Vitamine, Mineralstoffe) haben.

Der Rezeptteil liest sich machbar, kommt gänzlich ohne Tofu oder Seitan aus und reicht von simplen Beiträgen wie Bananeneis oder diversen Salaten bis hin zu Sanddornchutney oder Chili mit Süßlupinen.

Ich habe mir heute das Pesto mit Avocado von Seite 94 gezaubert:
Das Buch nimmt mit seinem handlichen Format nicht zu viel Platz auf der Arbeitsfläche ein.
Mein Lieblingspesto mit Rucola, das ich mir häufig mache, kommt ohne Knoblauch aus.
Es war schön, mal wieder ein Pesto mit einer dicken Knoblauchzehe zu pürieren. Das Ergebnis hat mir gut gefallen, könnte nach meinem Geschmack aber noch ein paar unpürierte Nussstückchen für mehr Biss vertragen.
Gedanklich noch ganz beim verwirrenden Titel des Buchs, habe ich bei der Avocado im Biomarkt ausnahmsweise mal nicht zur Hass aus Mexiko, sondern zur glatteren Variante aus Griechenland gegriffen.

Local Superfoods kostet 14,99 Euro. Die Seiten sind übersichtlich gestaltet und so kompakt, dass an Ausmaß sicher nichts verloren geht, sollte jemand die Kindle Edition für 11,99 Euro kaufen.


Für die nächsten Wochen hätte ich sogar wieder ein paar interessante Themen in petto, die in anderen Blogs meiner Kenntnis nach nicht so ausführlich besprochen werden: So zum Beispiel einen neuen soliden, fairen, veganen Winterschuh, Erfahrungen mit dem Wechsel zu veganem Ökostrom von Greenpeace, oder veganer Zahnersatz.
Schreibt mir bitte gern in die Kommentare, wenn Euch eines dieser Themen für einen kommenden Eintrag interessiert. Kleine Erinnerung: Die Kommentarfunktion auf diesem Blog kommt nach wie vor ohne Registrierung oder dergleichen aus.

Donnerstag, 9. April 2015

Die veganen Bällchen bei Ikea

Seit gestern gibt es in einigen Restaurants von Ikea vegane Bällchen, spätestens ab nächster Woche sollen sie in allen Märkten verfügbar sein.

Peta hat darüber schon berichtet, außer auf Facebook zum Beispiel hier im Veganblog.

Die Produktfotos haben aber natürlich meistens nicht viel mit der Realität zu tun; außerdem habe ich nirgends eine Information dazu gefunden, was die Bällchen kosten sollen und vor allem: mit was für eine Soße man sie essen soll.
Heute war ich mit einem Freund bei Ikea Brunnthal und habe zu Abend gegessen:

Aktuell gibt es (noch) kein Translight für das neue Gericht. Eine Portion mit Beilage kostet erschwingliche 3,99 Euro.
Da wir so spät dran waren, gab es die vorgesehenen Beilagen nicht mehr. Wir haben stattdessen Elchnudeln und ein paar Bällchen mehr bekommen.
Kaffee musste sein, auch wenn er natürlich überhaupt nicht zu diesem Essen passt.
In den Bällchen gibt es einiges an Gemüse zu entdecken. Es wurde also nicht einfach Tierfleisch durch Sojaschnetzel ersetzt.
Ich finde prima, dass die neue vegane Variante günstiger ist, als die Köttbullar aus Tieren.
Bei meinem Besuch waren Pommes und Kartoffelbrei schon leer; deshalb wurden mir als Beilage wahlweise Kartoffeln oder Nudeln angeboten. Nach einem kurzen Gespräch mit der halben Küchenbelegschaft stellte sich allerdings heraus, dass (zumindest in diesem Markt) Butter an den Kartoffeln war.
Die Nudeln sind allerdings ohne Ei, die Soße ohne Tierprodukte. Das kann man wohl auch an einem speziellen Infoterminal nachschlagen, hier aber für Interessierte der Beleg:

Zu den "Veggie Balls" lässt man sich am besten die Bio-Tomatensoße aus dem Kindermenü servieren.
Meine zwölf Bällchen waren schnell verspeist, geschmacklich habe ich nichts auszusetzen und werde mir das Ganze beim nächsten Mal bestimmt wieder gönnen - dann hoffentlich mit Pommes Frites.

Montag, 12. Januar 2015

Tierrechte und Veganismus in The Talos Principle

Erst einmal sehr nachträglich ein frohes neues Jahr an alle, die hier noch ab und zu vorbeischauen.
Ich habe nun ja wirklich schon länger keinen Beitrag mehr geschrieben; dass es in meiner Wahrnehmung immer mehr sehr gute Informationen zu Veganismus gibt, mag ein Grund dafür sein, vielleicht auch die Arbeit, aber ist ja nebensächlich.

Jedenfalls habe ich in der Vergangenheit ja schon ab und zu auch mal etwas über Filme gepostet, wenn ich diese interessant oder besonderes uninteressant für vegan lebende Menschen fand.
Nun habe ich in diesem Zusammenhang Lust, das noch recht neue PC-Spiel "The Talos Principle" vorzustellen.

Schöne Momentaufnahme eines der ersten Levels in The Talos Principle


Die Ausgangssituation in diesem Spiel mit ansprechender Grafik, die trotzdem keinen High-End-PC erfordert, ist diese: Ich sitze als Mensch vor einem Computer und spiele einen Roboter, zu dem ein selbst ernannter Gott spricht und ihm Rätsel stellt. Außerdem lädt ein Netzwerk von in der Gegend verstreuten Computern zu Unterhaltungen ein, durch die verifiziert werden soll, dass es sich bei mir um eine reale Person handelt.

Die Unterhaltungen mit diesen Computern sind es, die mich reizen, das Spiel denjenigen ans Herz zu legen, die offen über Rechte für verschiedenste Lebewesen nachdenken.
Um herauszufinden, ob es sich bei den Eingaben am Computer um eine legitime Person handelt, werden moralische Fragen aufgetischt, die ich teilweise sehr anregend fand. Die Antwortmöglichkeiten sind ebenso interessant, und so erstellt das mysteriöse Netzwerk im Spiel nach und nach ein psychologisches Profil der spielenden (vermeintlichen) Person. Ganz nüchtern wird dann zum Beispiel aufgeführt, welche Konflikte sich in den Antworten ergeben haben: "Gibt sowohl bei Freiheit als auch bei Qualität des Lebens an, diese Werte maximieren zu wollen, obwohl diese Ziele nicht vereinbar sind."

Um zu erfahren, wo man sich überhaupt befindet und welche Gedanken in der virtuellen Vergangenheit des Spiels bereits relevant waren, können an den Computern außerdem archivierte E-Mails und Chats eingesehen werden. Da geht es dann zum Beispiel darum, weshalb der Status der "Bürger" nicht auch Elefanten oder Walen verliehen werden sollte, wenn sogar Unternehmen den Status einer legalen Person innehaben können, obwohl diese ja fiktivere Gebilde darstellen.

Mein Roboter-Ego liest eine Überlegung zu Zivilpersonen
In einem archivierten Chat kommt die Frage auf, wie via Chat überhaupt erkennbar sein soll, ob man es mit einer realen Person oder einem fortschrittlichen Chatprogramm zu tun hat. Der Teilnehmer "veganwarrior" ist von dieser Idee besonders überrascht.

veganwarrior testet Jenny77 auf Echtheit
Diese wenigen Beispiele präsentieren sich schon im ersten Abschnitt des Spiels, es folgen aber noch weitere interessante Diskussionen über den Status von Tieren mit dem Computer.

Obwohl ich noch nicht ganz mit dem Spiel fertig bin, finde ich es bisher wunderbar. Die Landschaften sind geradezu opulent, die Rätsel fordernd aber schaffbar, die Geschichte macht neugierig und hält bei Laune.

In diesen Bunkern befinden sich jeweils ganze Welten unterschiedlicher Rätsellandschaften
So kann es aussehen, wenn man dabei ist, eines der Rätsel zu lösen, bei denen Strahlen verbunden werden müssen

Mittwoch, 17. September 2014

"Vegan Daily" von Surdham Göb

Letztes Jahr habe ich hier bereits das erste Buch von Surdham Göb vorgestellt ("Meine vegane Küche").
Gestern Abend hatte ich das Glück, wieder bei der Präsentation seines neuen Kochbuches dabei zu sein: Vegan Daily.

Das neue Buch vor Kartoffelpizza
Es gab wieder allerlei Kostproben zu den 90 neuen Rezepten, darunter zum Beispiel Kartoffelpizza, die nicht nur ohne Käse, sondern auch ohne Tomatensauce auskommt und bei allen Gästen sehr gut ankam.
Surdham erzählte ein bisschen vom Spaß, den er daran habe, gewöhnliche Rezepte abzuändern und Neues zu wagen.
Neu ist an diesem Buch vor allem, dass es Kochneulinge besser an der Hand nehmen und auch Vielbeschäftigten eine abwechslungsreiche, gesunde Küche bieten will.
Dazu wurden exemplarische Wochenpläne erstellt, die bei der Vorbereitung für spätere Gerichte helfen sollen. Beispiel:

Mittags Puy-Linsen mit Sellerieschaum, Mangold und Karotten essen. Anschließend Cashews für Cashewcreme einweichen. Beim Kochen des Abendessens kann die Cashewcreme dann fertiggestellt und am folgenden Frühstück zu Blueberry Pancakes genossen werden.

Eines der unscheinbaren Highlights: der Spinatsalat mit Pinienkernen, kleinen Trauben und einem farblich und geschmacklich prima passenden Dressing
Surdham verwendet in seinem Kochstudio "Surdhams Kitchen" nur Bio-Zutaten. Einen Catering-Service bietet er übrigens auch an
Die Nachspeisen waren alle ausgezeichnet. Am besten hat mir der Sanddorn-Vanillenougat-Kuchen gefallen, hier unten rechts
Obwohl auch die vorherigen Bücher schon gestalterische Leckerbissen waren, hat man sich für Vegan Daily noch eine Optimierung ausgedacht: Alle Fotos befinden sich jetzt auf der rechten Seite. So fällt das Durchblttern leichter, wenn einfach nach Foto ein Rezept herausgesucht werden soll.

In Surdhams Kitchen steht der Zeiger immer auf Zeit für glückliche Tiere
Das neue Buch in guter Gesellschaft bei den zwei Vorgängern
Mit knapp 25 Euro ist das Buch zwar kein Schnäppchen; es macht durch die interessanten Rezepte und die ansprechende Aufmachung aber auch einiges her. Besonders lohnt sich das neue Buch, wenn man Spaß an ordentlichem Kochen hat, sich jedoch für größere Vorgänge eine Orientierungshilfe wünscht.

Samstag, 30. August 2014

Masernimpfung

Diese Woche war ich beim Arzt, um eventuell meinen Impfschutz gegen Masern aufzufrischen.
Bei Personen, die nach 1970 geboren und nur einmal in ihrer Kindheit geimpft wurden, lautet die Standardempfehlung, im Erwachsenenalter nochmals nachzuimpfen.
Der Impfstoff für MMR (Masern, Mumps, Röteln) wird allerdings auf Hühner-Zellkulturen gezüchtet, was u.a hier nachzulesen ist.

Ich habe mich deshalb von meinem Arzt beraten lassen und herausgefunden, dass auch einfach anhand einer Blutprobe untersucht werden kann, ob man noch ausreichend gegen Masern geschützt ist.
Diese Variante erscheint mir erstens tierfreundlicher und zweitens sowieso viel sinnvoller, als einfach mal drauf los zu impfen. Zwar bin ich kein genereller Feind des Impfens, aber wenn es nicht sein muss, lasse ich es gern.
Nun habe ich mir also Blut abnehmen lassen und einige Tage später die Gewissheit bekommen, dass ich noch ausreichend gegen Masern geschützt bin. Ein Wert von 150 (keine Ahnung was für eine Einheit das dann ist...) sollte nicht unterschritten werden, meiner war 290, also alles im grünen Bereich. Mein Arzt hat ein bisschen mit Labors telefoniert und mir nebenbei noch mitgeteilt, dass innerhalb des nächsten Jahres wohl auch ein neuer Impfstoff veröffentlicht werden soll, der nicht mehr anhand von Tieren produziert wird.

Zusätzlich habe ich noch meine sonstigen Blutwerte überprüfen und einen Holo-Transcobalamin-Test machen lassen. Das ist der B12-Test, den man oft leider aus eigener Tasche zahlen muss, der aber als verlässlicher im Gegensatz zum normalen B12-Test gilt.
Alle meine Werte sind laut Arzt nicht nur unbedenklich, sondern wünschenswert - inklusive B12, Eisenspiegel, (nicht vorhandene) Blutarmut etc.

Ich hoffe, diese kleine Information konnte der ein oder anderen Person eine Alternative zur vorschnellen und womöglich unnötigen Zweitumpfung gegen Masern aufzeigen.

Donnerstag, 10. Juli 2014

Sojamilch mit dem neuen Vegan Star

Zum Glück lese ich auch ab und zu auf anderen Veganblogs drüber.
Neulich habe ich dabei dieses Gewinnspiel bei Claudi gesehen, mitgemacht - und prompt gewonnen. Nun nenne ich den neuen Vegan Star Vital mein Eigen. Mit dem Gerät lässt sich daheim allerlei Pflanzenmilch herstellen, außerdem wohl auch Suppen.

Bei einem kurzen Treffen im Tushita fand die Übergabe statt, im großen Versandkarton von Keimling waren die Zwischenräume zum Produktkarton mit Papier ausgepolstert. Kein Styropor oder Plastikfolien.
Das neue Spielzeug ist in meiner Küche angekommen. Das Gerät ist in seinem Produktkarton mit Styropor gesichert, wie es bei elektronischen Geräten üblich ist. Warum man eine Papieranleitung einschweißen muss, weiß ich allerdings nicht.
An einem freien Tag Anfang der Woche habe ich mir Zeit genommen, zum ersten Mal Sojamilch selbst zu machen. Das war interessant, aber auch zeitaufwendig und mühsam:

Zuerst musste ich natürlich Sojabohnen kaufen. Ein halbes Kilogramm gibt es bei AlnaturA für 1,99 Euro.
Wie hier zu sehen ist, unterscheiden sich Sojabohnen mitunter deutlich in ihrer Größe.
Die Bohnen bei AlnaturA sind mit der Veganblume gekennzeichnet, der Etikettenkleber dürfte also auch clean sein.
Lieferumfang: das Ding selbst, Messbecher, Reinigungsbürste, Sieb, Anleitung, Stromkabel.
Sehr vorbildlich finde ich, dass es sich um ein auswechselbares Stromkabel handelt, wie es auch bei PCs Verwendung findet. Bei Geräten zu solchen Preisen kann es sonst wirklich frustrieren, wenn nur das Kabel defekt ist, aber nicht (ohne weiteres) ersetzt werden kann.

Theoretisch kann der Vegan Star Vital auch Sojamilch machen, wenn man die Bohnen vorher weder eingeweicht noch geschält hat. Allerdings wird aus geschmacklichen und Verdauungsgründen in ernstem Ton davon abgeraten, weshalb ich es gar nicht erst probieren wollte.
Keine gute Idee: erstmal versuchen, die trockenen Bohnen zu schälen.

Nach etwa einer halben Stunde war ich nicht wirklich viel weiter...
Als mir dann vom ständigen Puhlen an den trockenen Schalen schon die Haut unter den Fingernägeln schmerzte, hörte ich endlich auf und legte die Bohnen in kaltes Wasser. Dort soll man sie laut Anleitung fünf bis zehn Stunden lang lassen.
Sojaschalen. Nach dem Einweichen geht es doch gleich viel besser.
Passt gut: die Menge Bohnen für ein Flasche Sojamilch (ca. 1,2 Liter) passt perfekt in das mitgelieferte Sieb.
Nachdem die Bohnen noch kurz abgewaschen wurden, dürfen sie endlich mit kaltem Wasser im Vegan Star Vital landen. Dieser übernimmt anschließend das Zerkleinern, Mahlen und Kochen.
"Was hat der denn so unter der Haube?" Diese kräftigen Rotorblätter sollen den Traum von Sojamilch erfüllen, die etwas weniger kostet und etwas weniger Abfall mit sich bringt.
Und tatsächlich! Nicht viel später riecht es nach warmem, ungesüßtem Grießbrei. Die Milch ist da.
Noch schnell durchs Sieb gekippt; zurück bleibt "Okara", das Nebenprodukt der Sojamilcherzeugung.
Die Milch schmeckt für reine Sojamilch absolut in Ordnung. Keine Bitterkeit, und auch an der Konsistenz gibt es nichts auszusetzen. Leider habe ich noch keine passende Flasche. Da werde ich mich in den kommenden Tagen mal in der Stadt umsehen müssen.

Aus dem übriggebliebenen Okara habe ich spontan noch versucht, Bratlinge zu zaubern:

Auf gut Glück zusammengemischt: Okara, geriebene Kartoffeln, Vollkornmehl, Petersilie, Salz und Wasser.
Das Ergebnis sah zwar nicht schlecht aus, schmeckte aber trotz Orangen-Senf-Sauce langweilig.
Da das Okara sehr fein gemahlen ist, hat es eine richtig batzige Konsistenz. Wer hier keine Kerne oder Samen mit reinmischt, hat das Gefühl, im Rentnerlokal zu speisen. Da muss ich mir wohl mal richtige Rezeptvorschläge ansehen. Oder lässt mir vielleicht jemand einen leckeren Tipp in den Kommentaren!?

Es hat Spaß gemacht, sich bei grauem Himmel mit dem neuen Apparat in der Küche zu beschäftigen.
Demnächst muss ich mich auf jeden Fall auch mal an Hafer- und Mandelmilch machen.
Noch einmal vielen lieben Dank an Claudi für das Gewinnspiel!


Donnerstag, 26. Juni 2014

V-Label bei Aldi

Bei Aldi-Süd wird seit einigen Wochen das V-Label des Vegetarierbunds etabliert.
In vielen Berichten, zum Beispiel hier von der FAZ, wurde berichtet, entsprechende Produkte würden unterschiedlich gekennzeichnet, je nachdem ob diese vegetarisch, ohne Milch, ohne Ei oder vegan seien.
Die Produkte, die bisher als vegan galten, zum Beispiel die Aufstriche und das Vurst- und Vleischsortiment aus dem Kühlregal, sind nun aber lediglich mit dem für vegetarische Produkte vorgesehenen Label gekennzeichnet.



Mich hat das gewundert, also habe ich vor etwa einem Monat eine entsprechende Anfrage an die Leute bei Aldi gestellt. Heute kam endlich eine Antwort, die etwas Klarheit schafft:

Wir freuen uns, dass Sie die Einführung des  V-Labels bei unseren Produkten begrüßen.  Wir befinden uns noch in der Einführungsphase des Siegels, das heißt, es werden schrittweise einzelne Produkte mit dem V-Label versehen.

Es wird, wie Sie in Ihrer Filiale und aus den Medien bereits erfahren haben, bei ausgewählten Produkten von ALDI SÜD schon verwendet. So beispielsweise beim Aufschnitt ohne Fleisch, dem Vegetarischen und Bio Vegetarischen Sortiment sowie bei unserem Fruchtgummimix. Weitere Produkte aus den Bereichen Tiefkühlung, Fertiggerichte, Feinkost und Backwaren werden derzeit vom deutschen Vegetarierbund (VEBU) geprüft und werden in den kommenden Monaten folgen.  Wir möchten Sie jedoch darauf hinweisen, dass nicht all unsere Produkte mit dem V-Label gekennzeichnet werden, sondern vor allem Produkte, bei denen aufgrund der Vielzahl der einzelnen Zutaten eine Zuordnung auf den ersten Blick schwierig erscheint.

Bei den von Ihnen genannten Produkten werden keine tierischen Inhaltsstoffe verwendet. Die Bezeichnung vegetarisch dient der schnellen Unterscheidung gegenüber vergleichbaren Produkten, die üblicherweise mit Inhaltsstoffen tierischen Ursprungs hergestellt werden. 

Der Hersteller erklärte auf unsere Nachfrage, dass er den Begriff vegan nicht verwende, da er für ihn lebensmittelrechtlich und wissenschaftlich nicht einheitlich definiert sei. Stattdessen verwendet er die Bezeichnung pflanzlich und vegetarisch.

Wir sind derzeit mit unseren Lieferanten im Gespräch, um eine einheitliche und kundenfreundliche Kennzeichnung weiter auszubauen. Gerne können Sie sich an unseren ALDI Kundenservice wenden, sollten Sie weitere Fragen zu unseren Produkten haben.
Demnach können wir uns wohl auf die Kennzeichnung weiterer Produkte freuen, auch wenn aufgrund von Unsicherheit manch veganes Teil erstmal nur als vegetarisch gekennzeichnet ist.
Ich freue mich vor allem auf die Kennzeichnung der Backwaren wie Brezen, Semmeln, Brot und so weiter.

Mittwoch, 4. Juni 2014

Vegane Zahnseide

Mittlerweile lade ich hier ja nur noch selten einen Beitrag hoch.
Das liegt unter anderem daran, dass ich nach zweieinhalb Jahren als Veganer ganz gut in der Konsumwelt zurecht komme und seltener Dinge recherchiere und herausfinde, die vielleicht auch für andere Leute nützlich sein könnten.
Diese Woche habe ich eine Anfrage an dm gestellt, weil dort seit ein paar Wochen die dontodent-Zahnseide gewachst nicht mehr als vegan bezeichnet wird. Früher war das noch der Fall.

Die Antwort ist detail- und aufschlussreich, deshalb hier eine Kopie:

vielen Dank, dass Sie sich an uns gewandt haben.

Wir verfolgen mit Blick auf "Vegan-Auslobungen" bei den Zahnpflegeprodukten die öffentlichen, europäischen Diskussionen.

Gemäß unserer Spezifikationen für die Dentalartikel können wir Ihnen bestätigen, dass die DONTODENT Zahnseide gewachst keine der folgenden Produkte als Inhaltsstoff enthält:

• Fleisch
• Fisch
• Milch
• Eier
• Gelatine
• weitere tierischer Lebensmittel

Gemäß dieser Auslegung kann das Produkt im weitgehenden Sinne als vegan bezeichnet werden. Jedoch ist bei dieser Auslegung zu beachten, dass die eingesetzten Kunststoffe unter der Verwendung von "Additiven tierischen Ursprungs" hergestellt werden können. Hierbei kann es sich um Prozessadditive handeln wie Schmierstoffe, Gleitmittel, Antistatika und Emulgatoren, welche von Talg-Produkten tierischen Ursprungs stammen.

Da der Begriff  "Vegan" nach unseren Recherchen jedoch nicht einheitlich spezifiziert bzw. geschützt ist, müssten bei der Verwendung der Auslobung, unter Berücksichtigung der folgenden Auslegung, Einschränkungen gemacht werden:

Vegan = Sowohl Produkt, als auch Produktionsprozess sind tierbestandteil- und tierversuchsfrei.

Bei zu Grunde legen dieser Definition, werden die Produkte nicht als vegan bezeichnet und künftig auf die Auslobung verzichtet.

Alternativ empfehlen wir Ihnen die DenTek Zahnseidesticks Complete Clean. Diese sind vegan.

Dienstag, 8. April 2014

Noah

Ich habe ja schon ein paar Mal etwas zu aktuellen Kinofilmen gepostet und wie deren Inhalte mit einer veganen Einstellung vereinbar sind.
Deshalb muss ich hier unbedingt auch ein paar Worte zu Darren Aronofskys neuem Film Noah loswerden, den ich mir gestern angeschaut habe.
[Spoiler: Es geht hier um den Inhalt des Films, deshalb wird einiges von der (grundlegend ja ohnehin bekannten) Handlung verraten. Das Finale brauche ich aber nicht erzählen.]

Ich finde es immer besonders attraktiv, wenn ein Regisseur seinen Stoff auch selbst geschrieben hat. Außerdem haben mir frühere Filme von Aronofsky sehr gut gefallen, zum Beispiel The Wrestler und Black Swan. Als ich dann noch vor einigen Tagen einen sehr ausführlichen Kommentar zu Noah auf Paul Watsons Facebookprofil las, wusste ich, dass ich den Film sehen musste. Und es hat sich gelohnt.

Der Film erzählt eine eigene, sehr frei interpretierte Version der Geschichte von Noah, der vor der Sintflut eine Arche baut, um die Schöpfung zu retten. Ich halte zwar nicht viel von Religion, kann epischen Erzählungen und ihrer Symbolik mit gesundem Abstand aber einiges abgewinnen. So oder so ähnlich scheint es auch der Atheist Aronofsky zu halten, sein Film lässt sich ohne große Schwierigkeiten auch als Fabel eines moralischen Menschen im Kampf gegen die Abgründe der Menschheit sehen.
Schon wenige Minuten nach Beginn des Films hörte ich einen Besucher hinter mir tuscheln: "Das sind also so die Veganer." Noahs Söhne hatten gerade gefragt, weshalb Menschen Tiere töten. Auf die Antwort Sie essen sie folgt ein bestürztes Wieso, worauf Noah antwortet Sie denken es mache sie stark.
Ohnehin befinden sich die Menschen nur deshalb nicht mehr im Paradies sondern in einer brutalen, von Gier beherrschten Welt, weil Adam und Eva einst die verbotene Frucht konsumiert haben, die hier durch ein schlagendes Herz dargestellt wird, also den Fleischkonsum symbolisiert.

Der Veganer Darren Aronofsky erzählt in seinem Film völlig unverblümt von der Notwendigkeit, die gesamte fleischfressende Menschheit wie eine Plage zu vernichten und, geleitet von einer veganen Familie, ein neues Paradies mit den Tieren zu schaffen.
In der zweiten Hälfte des Films geht es hauptsächlich darum, dass Noah erkennt: auch aus seiner Familie können neue Menschen entspringen, die sich von jeglicher Moral abwenden und die Schöpfung in Gefahr bringen. Sollten sie also bei sich einen Schlussstrich ziehen und sich der weiteren Fortpflanzung enthalten?

Der Film enthält wie in einem Nebensatz auch eine generelle Herrschaftskritik, die allerdings nicht den Bereich der Familie zu betreffen scheint. Als der Anführer der Fleischfresser_innen sich als König der Region ausgibt, antwortet ein Sohn Noahs ihm: Noah sagt, im Garten des Schöpfers kann es keinen König geben. Noahs Entscheidungen haben innerhalb der Familie aber einen größeren Stellenwert als die der übrigen Familienmitglieder.

Ernster Stoff, bei dem es wenig zu lachen, aber auf der großen Leinwand einige Male etwas zu staunen gibt. Russel Crowe hat mir in seiner Rolle sehr gut gefallen, das 3D war nur in wenigen Einstellungen interessant und meiner Meinung Nach insgesamt nicht zwingend notwendig.

Beim Dreh wurden wohl so gut wie keine echten Tiere eingesetzt. Bei einer Feier für die Crew gab es konsequenterweise ein veganes Buffet.

Montag, 10. März 2014

Bericht zur Veggie Expo

Am vergangenen Wochenende fand in München die Veggie Expo 2014 statt.
Ich war an beiden Tagen dort und bin von der Messe positiv überrascht.

Der Haupteingang zur Messe am Samstag bei strahlendem Sonnenschein.

Obwohl wir in München wunderbarstes Biergartenwetter hatten, war die Veggie Expo sehr gut besucht.
Den Neugierigen wurde auch wirklich etwas geboten - von Vorträgen und Kochkursen über viele Stände mit interessanten Produkten bis hin zur Modenschau und der Ausstellung im ersten Stock.
Hier meine Impressionen mit viel zum Schauen:

Voll besetztes Showkochen zu ayurvedischem Essen.

Ein seltener Anblick: auf diesem Foto sind noch Cupcakes der Princess Chocolate Bar zu sehen. Trotz des stolzen Preises von 3,- € pro Stück waren die süßen bio-fair-veganen Teile rasend schnell weg, so dass die Damen den Rest der Messe mit Plauderei verbringen konnten.

Die ausgefalleneren Variationen von Princess Chocolate.

Am Stand von Biovegan wurden u.a. die neuen fertigen Dessertsoßen vorgestellt. Konnte man auch auf mit Agavensirup gesüßten Dinkelwaffeln für 2,- € probieren. Sehr lecker.

Die Leute von Like Meat waren auch mit einem Stand vertreten. Deren Produkte habe ich ja schon vor einem Monat hier vorgestellt. Der Unternehmer machte einen ganz sympathischen Eindruck; wir konnten uns kurz unterhalten und er kannte meinen Blogeintrag sogar schon. Leider kannten sich die Hostessen am Stand wohl nicht so gut aus: einer Bekannten von mir wurde auf Nachfrage versichert, Like Meat habe nichts mit einem Fleischkonzern zu tun. Das stimmt so natürlich einfach nicht.

Die Messepreise waren teilweise wirklich günstig. Und es gab natürlich an jeder Ecke etwas zu probieren.

An manchen Ständen kamen die Mitarbeiter nicht mit der Präsentation der Waren hinterher, wie zum Beispiel hier am Stand von LaSelva. Um die Weine zu probieren, bekamen wir an diesem Stand sogar dreckige Gläser mit einem Tropfen Spülmittel in die Hände gedrückt, damit wir diese "schnell selbst auf der Toilette abwaschen". Wir fandens lustig, beim nächsten Mal wäre etwas mehr Personal aber doch ratsam.

Es gab auch unfassbar viele Vleischprodukte und noch einiges darüber hinaus. Außer riesigen, mehrere Kilogramm schweren Seitanbraten habe ich zum Beispiel drei verschiedene Sorten Caviart und - vom Namen her mein Favorit - Faux Gras entdeckt.

Die Leute von Glyde haben an einem Stand ihre veganen Kondome vorgestellt und die 10er-Packung für günstige 5,- € im Angebot gehabt.

Ganz neu ist diese Produktpalette: spezielle Kondome, zum Beispiel mit abgefahrenen Geschmacksrichtungen. Sind auch alle vegan und gibt es erst seit etwa einem Monat. In München im Laden (Radix, Veganz) bisher noch nicht zu kriegen. In der Packung "Mini Bar Mix" stecken zum Beispiel Kondome mit den Geschmäckern "Cognac", "Irish Cream" und "Orange Triple Sec". Was es nicht alles gibt...

Eins der tollen Bilder von Hartumut Kiewert, der auch vor Ort war und einige seiner Werke als Postkarten oder Kunstdrucke verkaufte. Super gefällt mir u.a. das Motiv "Why not?".

Umhängetasche einer Besucherin beim Ausruhen im Innenhof.
Leider, leider war die Veggie Expo nicht komplett vegan, was ich völlig unverständlich finde. Von mir aus kann sie gern "Veggie" heißen, aber dass z.B. am Stand von Vitaquell auch Brotaufstriche mit Magermilchpulver unterwegs waren, die am Probiertisch nicht einmal ordentlich von den veganen Aufstrichen separiert waren, empfand ich als Unding.

Kochkurs mit Sebastian Copien.

Am Sonntag bin ich dann nochmal gekommen, um an einem der Kochkurstermine mit Sebastian Copien teilzunehmen. Und es hat sich sowas von gelohnt! An dieser Stelle nochmal ein Danke an meinen Bruder, der mir ein 2-Tages-Ticket besorgt hat. Ich wäre sonst wahrscheinlich nur am Samstag gegangen und hätte mir das Steinpilzrisotto mit Rucolanest und Kräuterseitlingen, gefolgt von einer Avocado-Mango-Creme mit Limettenschale und kandierten Mandeln (alles bio) entgehen lassen. Selten so gut zu Mittag gegessen!

Wenn die Veggie Expo im nächsten Jahr wieder stattfindet und ich in München bin, werde ich bestimmt wieder vorbeischauen. Vielleicht kann man sich bis dahin ja auf eine konsequente Linie gegen Milchprodukte einigen.
Wart Ihr auch dort und wenn ja, was waren Eure Highlights?

Montag, 3. März 2014

Mal wieder Musik: Albino & Boykott Konzert

Letztes Jahr habe ich ja schonmal über Hip Hop mit Tierrechtsbezug geblogt.
Vergangenen Samstag war ich mal wieder auf einem Konzert mit Albino und will gern ein paar Eindrücke und kleine exklusive Infos teilen:

Das Konzert fand zum sechsten Jubiläum vom Freiraum Dachau statt. Dort gibt es an der Bar einen genialen feuerspeienden Drachen! Allein der war die fünf Euro Eintritt schon Wert.
Außer Albino war auch Boykott in Dachau und viele seiner Tracks zum Besten gegeben, unter anderem seinen Tierrechts-Track "Der Bolzen". Der Track ist aus dem Album "Solikonzert", welches Ihr auf Boykotts Homepage einfach umsonst runterladen könnt.
Boykott im Animal-Equality-Shirt
Von Albino gab es hauptsächlich Klassiker wie "Alles muss raus" (nächstes Video), aber auch ein zwei Tracks von seinem aktuellen Album.
Albino und ich konnten auch ein bisschen quatschen. Dabei habe ich mich erkundigt, wie es mit der geplanten Zusammenarbeit zwischen ihm und 4paws aussieht. Leider hat sich da in letzter Zeit noch nichts getan, ist aber nach wie vor angedacht.
Gute (zu erwartende) Nachricht: Albino wird nächsten Monat auf jeden Fall wie immer bei der Frankfurt Pelzfrei am Start sein. Das steht nur noch nicht auf der FFPF-Homepage, weil wohl gewartet wird, bis alle Acts feststehen.

Bevor es am 12. April nach Frankfurt geht, werde ich auf jeden Fall nochmal von der Veggie Expo berichten, die kommendes Wochenende in München stattfindet.
Bis dahin eine schöne Woche!

Montag, 10. Februar 2014

LikeMeat - Vegane Schnitzel, Filets, Steaks und Nuggets bei Kaiser's Tengelmann

Bei Kaiser's Tengelmann gibt es seit einigen Wochen Vleisch von einer neuen Firma namens Like Meat.

Das Sortiment umfasst Golden Nuggets, Natur-Filet-Streifen, Schnitzel, Natur-Fein-Geschnetzeltes und Natur-Filet-Steak. Auf der Homepage des Herstellers gibt es zu allen fünf Produkten Rezeptvorschläge wie zum Beispiel Schnitzel mit Gurken-Kartoffelsalat.
Die Produktpalette ist mit der Veganblume gekennzeichnet, aber leider nicht bio.

Ein Freund, der sich die Filets gekauft hat, ist der Meinung, es sei die schmackhafteste Fleischalternative, die er bisher kenne. Ich habe mir die Schnitzel gekauft und bin ebenfalls ziemlich begeistert. Am Geschmack gibt es einfach nichts auszusetzen. Leider kosten die Produkte 2,49 € pro Packung, also deutlich mehr als beispielsweise die Bioschnitzel von Aldi für 1,79 €, die ja auch prima schmecken.

Wer die neuen veganen Produkte bei Tengelmann sucht, muss womöglich in der unappetitlichen Tiefkühlabteilung zwischen Putenleber und Schafbabyleiche mit Knochen herumwühlen.
Dass die Produkte vegan sind, ist vorne durch "100% pflanzlich" und an der Unterkante durch die große Veganblume deutlich gekennzeichnet.
Da ich noch geretteten Rosenkohl daheim hatte, habe ich mich nicht an den Rezeptvorschlag gehalten. Die Schnitzel haben eine wunderbare Panade, die manchmal ein bisschen abbröckelt und dann das feste, saftige Innere freigibt. Meiner veganen Mitbewohnerin war das Schnitzel sogar "etwas zu echt".

Rosenkohl mit gesalzenem Öl und Hefeflocken, Kartoffeln mit Kümmel und das Schnitzel mit einer Scheibe Zitrone, etwas Rucola und Babytomaten.
Wermutstropfen: Wie gesagt der Preis mit Raum nach unten, fehlendes Biozertifikat und zu guter Letzt:
Hinter dem Hersteller steckt ein Fabrikant von "richtigem" Fleisch, nämlich Recker Convenience.
Der Hersteller schreibt auch, dass er hauptsächlich am gesundheitlichen Aspekt veganer Ernährung Interesse hat, "die ausgeprägte Liebe zum Tier oder der Überdruss an Fleisch" spielten meist eine untergeordnete Rolle.
Hier müssen natürlich mal wieder alle selbst entscheiden, ob sie diese Art der Produkte unterstützen möchten. Generell finde ich es auf jeden Fall prima, dass nun sogar bei Tengelmann entsprechende Produkte zu haben sind - der Supermarkt war bisher ja nicht wirklich für sein veganes Angebot bekannt.
Ich habe übrigens beim Hersteller nachgefragt, die Produkte sollen in jeder Filiale von Tengelmann und in Zukunft auch in weiteren Einzelhandelsketten zu haben sein. Bei kleinen Filialen kann es sein, dass nicht alle fünf Versionen geführt werden.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Neues Restaurant in München: Bodhi

Seit Ende Dezember 2013 gibt es in München ein neues veganes Lokal, von dem ich ziemlich begeistert bin.
Vieles befindet sich noch in einem verbesserungswürdigen Zustand, aber mir macht das Bodhi jetzt schon Spaß und es hat das Potenzial, noch angenehmer zu werden.

Obwohl ich seit Eröffnung bereits zweimal dort war, habe ich vor Ort aus Bequemlichkeit keine Fotos gemacht. Wer einen Beitrag sucht, der hauptsächlich Fotos enthält, schaut am besten mal auf Claudis Blog vorbei. Das Bodhi bietet auf der eigenen Facebookseite auch appetitliche Fotos, dafür gibt es aber leider noch keine Homepage.

Lage und Räumlichkeiten:

Während zum Beispiel in der Maxvorstadt, im Glockenbachviertel und in der Nähe des Schlachthofs mit Einkaufsmärkten, Restaurants und Cafés schon einiges für die vegane Lebensweise geboten wird, sah es in der Nähe der Theresienwiese bisher mau aus. Mit dem Bodhi in der Ligsalzstraße 23 ändert sich das erfreulicherweise. In den Straßen um das Lokal gibt es gleich mehrere Bioläden - wer tagsüber kommt, kann auf dem Weg zurück zur U-Bahn also auch gleich gut den Einkauf erledigen.
Im schlicht eingerichteten Bodhi ist viel Platz, von der Größe her ist es jetzt der einzige Laden in München, der mit dem Max Pett verglichen werden kann. (Das Gratitude zählt nicht, weil es keinen gemütlichen Restaurantcharakter hat.) Im Gegensatz zu diesem ist das Bodhi mit Mobiliar in dunklen Holztönen ausgestattet, es wird Alkohol ausgeschänkt, an der Bar in der Mitte des Lokals auch mal bis 3 Uhr nachts.

Essen und Service:

Im Bodhi scheint mir ein grundsätzlich freundliches Team zusammengekommen zu sein, das sich sowohl aus sehr erfahrenen Menschen, als auch aus Neulingen zusammensetzt. Der Küchenchef hat früher bereits im Max Pett und jüngst im Viasko gearbeitet, kennt sich mit veganer Küche also bestens aus. Dafür wirkte zumindest die erste Bedienung noch etwas gefordert. Wahrscheinlich legt sich das bald, nett war es auf jeden Fall. Dass der Beilagensalat erst nach den "Käs"spatzen den Tisch erreichte, lag aber leider nicht am ersten Tag; eine Woche später lief das am Nachbartisch genauso.
Bis jetzt hat mir fast alles, was ich im Bodhi gegessen habe, wunderbar geschmeckt. Vor allem die erwähnten "Käs"spatzen hatten eine prima Konsistenz, die Röstzwiebeln waren angenehm frisch und kamen bestimmt nicht trocken aus der Fertigtonne, wie es in vielen Gastrobetrieben der Fall ist. Sehr gut fand ich außerdem die Kürbis-Tagliatelle mit Basilikumpesto. Das Pesto schmeckte frisch, der Kürbis war weder zu matschig noch zu hart.

Preise:

Leider ist das Bodhi preislich nicht anders verortet als das Max Pett.
Ein 0,33l Becks kostet beispielsweise unangenehme 3,70 Euro. Lupinensteak mit Rosenkohl gibt es für 16,90 Euro, schmeckt aber auch tadellos. Einen Burger mit Kartoffelecken gibt es für knapp zehn Euro, in der Südstadt geht das fast zwei Euro günstiger, an Montagen sogar für 6,90 Euro.
Für knapp 20 Euro kann man im Bodhi aber schon einige Freude haben, zum Beispiel mit den "Käs"spatzen, einem Weißbier und anschließend einem Tiramisu oder der Mousse au chocolat mit Kirschen.
Wunderbar wäre es, wenn das Bodhi unter der Woche auch einen Burger- oder Spätzletag einführen könnte.
Zur Zeit kann übrigens nur bar bezahlt werden.



In München gibt es aktuell kein anderes rein veganes Restaurant, das einem "normalen" Lokal so zum Verwechseln ähnlich ist. Die Normalität zeigt sich zwar leider auch dadurch, dass es hier Produkte von Schweppes gibt (Coca Cola) aber insgesamt gefällt es doch sehr!


An dieser Stelle nachträglich noch allen ein gutes neues Jahr!
Das vegane Leben und Bloggen zieht sich bei mir nun schon über zwei Jahre hin. Die letzten Monate habe ich deshalb auch einfach mal eher selten gepostet. Vielen Dank an alle, die trotzdem noch bei mir vorbeischauen oder natürlich spontan herfinden.
Ich habe von meinem Bruder ein Ticket für die Veggie Expo (März 2014) geschenkt bekommen, von dort liefere ich dann bestimmt einen ausführlichen Bericht. Außerdem werde ich mir in den kommenden Wochen vielleicht mal das Max Pett'chen näher ansehen, an dem ich bei der Eröffnung des Veganz nur mal interessiert vorbeigeschlendert bin.